Witzige Texte und derbe Sketche

Die Kabarettisten Ulan und Bator traten kürzlich in der Kulturstube Löwen in Diessenhofen auf. Vom Publikum ernten sie tosenden Applaus.

Dieter Ritter
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Frank Miligies und Sebastian Rüger als Ulan und Bator. (Bild: pd)

Frank Miligies und Sebastian Rüger als Ulan und Bator. (Bild: pd)

DIESSENHOFEN. Sie nennen ihre Darbietung «Wirrklichkeit». Der Titel ist Programm. Wirr ist, wie sie die Logik ausschalten und ihre bizarren Nummern ohne roten Faden abspulen, und Wirklichkeit ist bei Ulan und Bator Ansichtssache. Hinter den Künstlernamen Ulan und Bator verstecken sich die Schauspieler Sebastian Rüger aus Köln und Frank Smilgies aus Berlin. Vor zehn Jahren setzten sie sich Bébémützen auf und begeistern seither das Publikum mit witzigen Texten und ausgeprägter Körperkomik. Mit intelligentem Humor und teilweise derben Sketchen stellen sie ihre eigene Welt der realen Welt gegenüber.

Ungewöhnliche Fragen stellen

Das Kabarett «Wirrklichkeit» beginnt gemächlich. Zwei Männer in grauen Anzügen warten, schauen auf ihre Armbanduhren und langweilen sich. Offenbar hoffen sie auf eine Reaktion aus dem Publikum. Als diese ausbleibt, applaudieren sie sich selber.

Jetzt wird es hektisch. In einer Phantasiesprache reden sie auf die Leute ein. Dann schlüpfen sie ohne erkennbaren roten Faden übergangslos von einer Rolle in die nächste. Ein drogensüchtiger Yogalehrer wird zum Sockenverkäufer, zum Psychiater und zum Moderator der Sendung «Fifi, das Hundemagazin». Sie stellen Fragen, auf die es keine schlaue Antwort gibt, wie beispielsweise: «Wenn man Ohren sehen kann, warum kann man Augen nicht hören?»

Mit Improvisation überraschen

Allmählich erwacht das Publikum aus dem anfänglich abwartenden Staunen und quittiert die Pointen zunehmend mit Lachen und Applaus. Vieles sei improvisiert. «Am Abend passieren Dinge, von denen wir selber nicht genau wissen, wo sie uns hinbringen» erklären die Künstler auf ihrer Homepage. Requisiten brauchen sie nicht ausser zwei Stühlen und zwei nicht sehr kleidsamen Mützen. Rüger und Smilgies erhielten letztes Jahr den Deutschen Kleinkunstpreis. «Mit frappierender Coolness und perfektem Timing betreiben sie grossartiges Slapstick-Theater», lautete die Begründung der Jury.