Witz & Kirchenschändung

Von Thurgauern in Bern werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass das «Berner Tagblatt» sich einen «Thurgauer Witz» geleistet hat.

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Von Thurgauern in Bern werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass das «Berner Tagblatt» sich einen «Thurgauer Witz» geleistet hat. Das Organ des stadtbernischen Muckertums schreibt: «Irgendwo in der Schweiz hat ein Bürger, dem vor lauter Patriotismus das Unterscheidungsvermögen für Recht und Unrecht abhanden gekommen ist, die in der Halbbatzenkollekte für die Basler Mission gesammelten Scherflein zugunsten der Nationalspende für die Militäraviatik unterschlagen, statt sie am rechten Orte abzugeben. Dazu macht die <Thurgauer Zeitung> folgende geniale Bemerkung: <Am rechten Orte – es wird im schweizerischen Vaterlande herum Leute geben, die finden, die Halbbatzenkollekte wäre für die schweizerische Landesverteidigung ebenso gut angewendet, wie wenn man das Geld an den Kongo schickt.> Die <Thurgauer Zeitung> bekundet mit dieser Glosse nicht nur einen kläglichen Mangel an Verständnis für die Mission, sondern sie verrät sich in ihren Begriffen von mein und dein als eine echte – Thurgauerin.» Über den «kläglichen Mangel an Verständnis für die Mission» wissen wir uns zu trösten; die Begriffe von mein und dein aber weiss man im Thurgau so gut auseinanderzuhalten wie in den Kreisen der bundesstädtischen Muckerei. Im übrigen möchten wir daran erinnern, dass heute nur noch die Blätter ordinärster Sorte in Thurgauer Witzen zu machen pflegen.

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ROMANSHORN. Eine Buberei ist dieser Tage an der alten, nun ausser Dienst stehenden Kirche in Romanshorn verübt worden, indem an ihr nicht weniger als 62 Fensterscheiben zertrümmert wurden. Das untere Turmfenster wurde vollständig beseitigt, wohl um das Einsteigen in den Turm zu erleichtern. Der Schaden, den die Unholde angerichtet haben, ist beträchtlich, ganz abgesehen von der Schändung des altehrwürdigen Gotteshauses. Die Polizei fandet eifrig nach den Tätern. Wahrscheinlich sind es Schulbuben.

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