Wissensspeicher für die Nachwelt

STECKBORN. Das Werkverzeichnis des Steckborner Landschaftsmalers Emanuel Labhardt (1810–1874) liegt nun in gedruckter Version vor. Zur Vernissage im alten Rathaus Steckborn kam viel Prominenz.

Margrith Pfister-Kübler
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Manfred Weigele (l.) zeigt den neuen Bildband, und Informatikfachmann René Labhart steht hinter einem Labhart-Bild. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Manfred Weigele (l.) zeigt den neuen Bildband, und Informatikfachmann René Labhart steht hinter einem Labhart-Bild. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

«Ich habe mir dieses Werk zu meinem 80. Geburtstag selbst zum Geschenk gemacht.» Manfred Weigele zeigte mit Stolz das rund zwei Kilo schwere Werk an der Vernissage im historischen Rathaus. Nicht nur schwer sei es, sondern der Inhalt sei auch gewichtig, überzeugte Weigele das prominente Publikum aus Kultur, Politik, des Museums im Turmhof mit Präsident Ernst Füllemann und weitere Gäste.

Fünf Jahre Arbeit stecken im Werk, gegen 2000 Arbeitsstunden. Das Werkverzeichnis ist bereits seit Mai unter www.alt-steckborn.ch per Mausklick im Internet einsehbar, dank Informatiker René Labhart, Kurator der Heimatvereinigung Steckborn. «Ihm gebührt grossen Dank», sagte Weigele.

Weitere Arbeiten kamen hinzu

Erfasst sind mehr als 550 Arbeiten von Emanuel Labhardt, Skizzen, kolorierte und unkolorierte Zeichnungen, Druckgrafiken und Ölbilder. Bis zur Drucklegung kamen noch weitere Arbeiten dazu aus Familienbesitz der Labhardts und Labharts.

Vor dem Jahr 2010 sei nie über diesen Landschaftsmaler Emanuel Labhardt berichtet worden, sagte Weigele. Er liess das Leben Emanuel Labhardts, Jüngster von acht Geschwistern, Revue passieren. Die Lehrzeit bei Verleger, Landschaftszeichner und Maler Bleuler in Feuerthalen war wegweisend.

Weigele entdeckte schon früh seine Begeisterung für Labhardt über Neujahrsblätter und Druckgrafiken. Zum 200. Geburtstag Labhardts wurde in Zusammenarbeit mit den Steckbornern Hans-Peter Hausammann, Paul Kropp und Konrad Füllemann ein Bildband herausgegeben.

Es wurden weitere Werke aufgespürt, selbst aus den USA. Welch unschätzbar sprudelnde Quelle an Wissen dieses Werkverzeichnis ist, wurde an gezeigten Beispielen deutlich, die vom 1858 fast trockenen Rheinfall bis zum Schützenfest Luzern reichen.

Jederzeit zu überprüfen

Matthias Fischer, Kurator Kunst- und Grafiksammlung des Museums zu Allerheiligen, Schaffhausen, beleuchtete Sinn und Zweck digitaler und analoger Werkverzeichnisse am Beispiel Labhardts. «Beide Systeme haben Vor- und Nachteile», sagte Fischer. Ein gedrucktes Exemplar sei jederzeit überprüfbar, bei der digitalen Form sei Manipulation möglich.

Er betonte: «Werkverzeichnisse sind Wissensspeicher für die historische und kunsthistorische Forschung. Für die Zukunft werden sie zu einer unschätzbaren Quelle, die Interessierten aus allen Bereichen offen steht.» Als Beispiel nannte Fischer auch Gestaltungsaufgaben in der Architektur. Den Machern des Werkverzeichnisses sprach er einen grossen Dank aus.

www.alt-steckborn.ch

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