Wirtschaft ist allein in der Krise

WEINFELDEN. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses Anfang 2015 macht der Wirtschaft immer noch zu schaffen. Doch sie muss die Krise selber meistern. «Überschätzen Sie nicht die Einflussmöglichkeiten der Regierung», sagte Regierungsrat Kaspar Schläpfer gestern an der Sitzung des Grossen Rates.

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WEINFELDEN. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses Anfang 2015 macht der Wirtschaft immer noch zu schaffen. Doch sie muss die Krise selber meistern. «Überschätzen Sie nicht die Einflussmöglichkeiten der Regierung», sagte Regierungsrat Kaspar Schläpfer gestern an der Sitzung des Grossen Rates. Dieser diskutierte die Interpellation «Massnahmen zu den Folgen der Aufhebung des Mindestkurses» von Diana Gutjahr (SVP, Amriswil), Hansjörg Brunner (FDP, Münchwilen) und Hanspeter Gantenbein (SVP, Weinfelden). Gutjahr ärgerte sich darüber, dass der Regierungsrat den Ball einfach wieder der Wirtschaft zuspiele, indem er sage, dass sich die Wirtschaftsvertreter jederzeit an die entsprechenden kantonalen Stellen wenden könnten. «Ich fordere die Ausarbeitung kreativer Lösungsansätze», sagte Brunner. Er hatte von der Antwort der Regierung mehr erwartet, nachdem sich diese ein Jahr Zeit gelassen hatte. Verärgert war auch Katharina Winiger (GP, Frauenfeld) – aber nicht über die Antwort der Regierung, sondern über die Interpellanten. «Ausgerechnet FDP und SVP, die sich stets für einen schlanken Staat einsetzen, verlangen jetzt nach dem Staat.» Dennoch: Ihr – und auch der Mehrheit des Kantonsrats – sei bewusst, wie gross der Druck auf die Wirtschaft sei. Nur sieht sich die Politik der Situation machtlos gegenüber. (mvl)