«Wir vergolden nichts»

Heute informiert die Gemeinde Sirnach während des ganzen Tages über die geplante Umfahrung «Spange Hofen». Die Abstimmungsvorlage gab indes bereits am Donnerstagabend zu reden.

Olaf Kühne
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Die künftige Verzweigung Q20/Winterthurerstrasse in einer Visualisierung. Dass der Kreisel verschwinden soll, passt nicht allen Sirnachern. (Bild: pd)

Die künftige Verzweigung Q20/Winterthurerstrasse in einer Visualisierung. Dass der Kreisel verschwinden soll, passt nicht allen Sirnachern. (Bild: pd)

SIRNACH. Das Kernstück ist unbestritten. Zumindest am Infoanlass zur Abstimmungsvorlage «Spange Hofen Plus» sprach sich niemand gegen die künftige Umfahrungsstrasse im Norden Sirnachs aus (siehe Kasten). Hingegen gaben die flankierenden Teilprojekte am Donnerstagabend durchaus zu reden, manche Votanten verbissen sich gar regelrecht in Details.

Blaulicht darf fahren

Wo denn die Feuerwehr durchfahren könne, wenn auf der Oberhofenstrasse künftig ein Lastwagenfahrverbot gelte, wollte beispielsweise ein Bürger wissen. Mit Blaulicht spiele dies selbstverständlich keine Rolle, lautete die wenig überraschende Antwort seitens der beiden Referenten. Gemeindepräsident Kurt Baumann und der stellvertretende Kantonsingenieur Benedikt Eberle waren während fast dreier Stunden gefordert. Drehten sich doch viele Fragen aus dem zahlreichen Publikum um Details der Vorlage. Weshalb kein Fussgängerstreifen bei der Bushaltestelle Migros, wurde gefragt. Antwort: Weil es solche generell nicht gibt in Tempo-30-Zonen.

Migros-Kunden sorgen sich

Überhaupt genoss die Filiale des Detaillisten grosses Interesse an diesem Abend. Da offenbar auch manche Sirnacher im eigenen Dorf mit dem Auto zum Einkaufen fahren, sorgen sie sich um die künftige Gestaltung der Verzweigung Q20/Winterthurerstrasse. Gemäss den Plänen der Abstimmungsvorlage wird dort dereinst nicht mehr ein Kreisel den Verkehr regeln, sondern die Q20 mit der Winterthurerstrasse Richtung Fischingen zu einer Hauptstrasse werden. Von der Migros her kommend, soll die Winterthurerstrasse hingegen nicht mehr vortrittsberechtigt in diesen neuen Verlauf einmünden.

Das geht gar nicht, fanden einige Anwesende. Zu Stosszeiten führe das zu einem Verkehrschaos. Der Hinweis des Kantonsingenieurs, dass dank der Umfahrung dereinst 60 Prozent weniger Verkehr über diese Strasse rollt, schien nicht bei allen Anwesenden auf offene Ohren zu stossen.

Sanierung steht sowieso an

Die Umgestaltung der Winterthurerstrasse war so oder so der umstrittenste Teil der Vorlage. Man wolle sie vergolden, war gar zu hören. «Wir vergolden gar nichts, wir werten auf», konterte Gemeindepräsident Baumann. Zudem müsse die marode Strasse so oder so bald für rund zwei Millionen Franken saniert werden. Eberle ergänzte: «Die Umfahrung macht überhaupt nur Sinn, wenn wir mit einer Umgestaltung der Winterthurerstrasse und Tempo 30 den Verkehr künftig aus dem Wohnquartier fernhalten.»

Kurt Baumann Gemeindepräsident Sirnach (Bild: Olaf Kühne)

Kurt Baumann Gemeindepräsident Sirnach (Bild: Olaf Kühne)

Benedikt Eberle Kantonales Tiefbauamt Abteilung Planung und Verkehr (Bild: Mario Testa)

Benedikt Eberle Kantonales Tiefbauamt Abteilung Planung und Verkehr (Bild: Mario Testa)