«Wir nehmen Affoltern temporär ein»

Eine Thurgauer Delegation reist ans Eidgenössische Schwingfest nach Burgdorf. Urs Schneider, Präsident des Eidgenössischen Frauenfeld 2010, erzählt von der bevorstehenden Reise.

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Der Thurgau wächst temporär: Urs Schneider, OK-Präsident Esaf 2010 in Frauenfeld, und Heinz Kämpfer, Organisator vor Ort (von links). (Bild: pd)

Der Thurgau wächst temporär: Urs Schneider, OK-Präsident Esaf 2010 in Frauenfeld, und Heinz Kämpfer, Organisator vor Ort (von links). (Bild: pd)

Herr Schneider, Sie reisen ans «Eidgenössische». Wer reist mit Ihnen?

Urs Schneider: Eingeladen ist das gesamte OK des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2010 in Frauenfeld. Also alle, die ein Amt innegehabt haben. Auch die Ehrendamen und die Schwingerdancers der Turnerinnenriege Märwil, die ab 2007 schweizweit unser Fest beworben hatten. Regierungsratspräsident Bernhard Koch und Frauenfelds Stadtammann Carlo Parolari fahren ebenso mit. Rund 270 Personen insgesamt.

Die zahlreichen Helferinnen und Helfer dürfen nicht mit?

Schneider: Nein, das würde den Rahmen sprengen. Wir hatten 3700 Helferinnen und Helfer am Fest selbst, diese haben meist für Vereine gearbeitet und wir konnten glücklicherweise die versprochene Helfer-Entschädigung ausrichten, gesamthaft über 500 000 Franken. Der Ausflug nach Burgdorf ist wie ein später Lohn für die OK-Mitglieder, die teilweise während sechs Jahren Zeit und Arbeit für das Eidgenössische in Frauenfeld investiert haben.

Was ist der Grund der Reise ins Emmental?

Schneider: Dass eine Delegation des letzten Eidgenössischen ans nächste fährt, hat Tradition. 2010 war Aarau mit einer grossen Delegation bei uns. Auch überbringen wird die eidgenössische Fahne.

Was kostet der Besuch?

Schneider. Rund 120 000 Franken. Dieser Betrag beinhaltet auch die Kosten für den Umzug, eine grössere Gabe, die Anreise, die Übernachtungen, die Verpflegung und die Billette in die Schwingarena. Der Eintritt in die Schwingarena alleine kostet 225 Franken pro Person. Das Geld konnten wir im Einverständnis mit dem seinerzeitigen Trägerverein, dank des guten Resultates 2010 vor der Gewinnverteilung zurücklegen. Haushälterischer Umgang mit dem Geld war immer unser Credo.

Wie sieht das Programm für die Thurgauer Delegation aus?

Schneider: Am Freitag reisen wir mit dem Sonderzug an. In Burgdorf gibt es einen Fahnen-Empfang. Am Freitagnachmittag nimmt ein Gruppe der Thurgauer Delegation am Umzug teil. Als Sujet präsentieren wir das Schloss Frauenfeld, auf dem die Apfelkönigin thront. Die Schwingerdancers verteilen 1200 Kilogramm Äpfel. Beste Werbung für den Thurgau also. Am Sonntag folgt der Höhepunkt: Im Rahmen des Festaktes findet die Fahnenübergabe statt.

Sie haben in Affoltern im Emmental der Ortstafel ein «TG» hinzugefügt. Was hat es mit dieser Aktion auf sich?

Schneider: Für die Zeit des «Eidgenössischen» haben wir Affoltern temporär «annektiert» und umbenannt. Dort ist unser Basislager. Wir schlafen dort, ebenso viele Schwingerfans aus dem Thurgau, gesamthaft rund 350 Leute. Die Aufnahme durch die Dorfbevölkerung ist herzlich. Viele Familien stellen Zimmer zur Verfügung.

Wer wird Schwingerkönig 2013, Nachfolger von Kilian Wenger?

Schneider. Ein Eidgenössisches Schwingfest hat seine eigenen Gesetze. Ich denke aber schon, dass Kilian Wenger, der bei uns in Frauenfeld den Königstitel holte, ein heisser Kandidat ist. Doch er wird schwere Gegner bekommen. Den Thurgauer Schwingern traue ich zu, dass sie um Kränze mitschwingen werden.

Interview: Sebastian Keller