«Wir haben keine Zahlen»

Nachgefragt

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Vergangene Woche gab die Privatklinik Aadorf ihre wahrscheinliche Schliessung per Ende Februar bekannt (unsere Zeitung berichtete). Der Spezialklinik für Depressionen und Essstörungen fehlt das Geld für notwendige Investitionen in die Infrastruktur. Zudem figuriert sie aufgrund eines Gerichtsurteils nur mit vier ihrer gesamthaft 60 Plätze auf der Thurgauer Spitalliste. Der Aadorfer Gemeindepräsident Matthias Küng bedauert den Wegfall der 122 Ar­beitsplätze.

Haben Sie mit der Schliessung der Privatklinik Aadorf gerechnet?

Nein. Wir gingen trotz dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vor zwei Jahren davon aus, dass es gut läuft. Zuletzt hat uns der Klinikdirektor dann offen informiert. Überhaupt ist unser Verhältnis gut. Dennoch: Die Meldung kam überraschend.

Wissen Sie, wie viele der 122 betroffenen Mitarbeiter in Aadorf leben?

Wir haben keine Zahlen. Ich gehe aber davon aus, dass ein grosser Teil in der Region wohnt.

Derzeit läuft das Konsultativverfahren, während dessen die Mitarbeiter Ideen zur Rettung des Unternehmens einbringen können. Ist die Gemeinde Aadorf in dieses Verfahren auch involviert?

Nein, das ist im gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren auch nicht vorgesehen. Und seit es die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren gibt, haben wir seitens Gemeinde auch mit allfälligen Arbeitslosen keine Berührungspunkte mehr. Der Wegfall von 122 teils sehr qualifizierten Arbeitsplätzen ist für Aadorf und die ganze Region aber natürlich so oder so sehr bedauerlich.

Wissen Sie schon, wie es nun weitergeht?

Dafür ist es noch zu früh. Der definitive Entscheid fällt ja erst nach dem Konsultativverfahren, Ende November. Wir wissen deshalb auch noch nicht, was beispielsweise mit den Gebäuden der Klinik geschehen wird. (kuo)