Winterthur kriegt sein Bier aus Frauenfeld

Frauenfeld und Winterthur sind seit Freitagabend durchs Bier näher zueinandergerückt. Die Brauhaus Sternen AG mit Stammsitz Frauenfeld hat in die Eulachstadt expandiert. Die Eröffnung war ein Stelldichein von Winterthurer und Frauenfelder Lokalprominenz.

Margrith Pfister-Kübler
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Stefan Mühlemann, Geschäftsleiter der Brauhaus Sternen AG, staunt, wie schnell Stadtrat Stefan Fritschi das Bier zum Fliessen bringt.

Stefan Mühlemann, Geschäftsleiter der Brauhaus Sternen AG, staunt, wie schnell Stadtrat Stefan Fritschi das Bier zum Fliessen bringt.

WINTERTHUR. Mit dem neuen Gastronomiebetrieb am Neumarkt 9 kommt Bewegung rein in diese verbandelnde Bierliebe. Winterthurs Stadtrat Stefan Fritschi, Ressort Schule und Sport, der das Fass mit zwei Hammerschlägen ansticht: «Viele Thurgauer poschten in Winterthur. Wir freuen uns als Stadt mit grosser Biertradition, dass wir jetzt auch ein Thurgauer Exportprodukt anbieten dürfen.» Stefan Mühlemann, Geschäftsleiter der Brauhaus Sternen AG, voller Respekt: «Winterthur hat wirklich eine grosse Bierkultur. Wir freuen uns riesig, dass wir diese bereichern dürfen.» 800 Aktien zu tausend Franken mussten auf den Markt gebracht werden. Nach zwei Monaten waren alle verkauft. «Die Studentenvereinigung Bodania von der HSG hat viele Aktien gezeichnet. Wir führen unseren Stamm künftig hier im Brauhaus Winterthur durch», strahlt der Frauenfelder Nationalökonom Eugen Haag. Er hat den Aktienverkauf vorangetrieben.

Der Schweizer Kinokönig Hanspeter Sigg, in dessen historischer Liegenschaft das Brauhaus Winterthur als Mieter eine schöne Bleibe hat: «Unter vielen Bewerbern habe ich das Brauhaus gewählt, weil mir gefällt, wie die es anpacken. So können wir den Neumarkt weiterentwickeln, die Synergien werden greifen.» Gastronomischer Wegbegleiter Hans Oertle, Präsident Gastro Regio Frauenfeld, Untersee & Rhein, und Caroline Hasler, Frauenfeld, Partnerin von Bier-Sommelier Stefan Mühlemann, stossen mit Andreas Jäger, TKB-Kader, auf den Biertransfer an und setzen auf die Praxis des Biertrinkens. «Das Osterhäsli-Bier schmeckt mir am besten», strahlt das Trio. Andreas Jäger: «Es ist so lässig, wie die Zürcher-Thurgauer Grenze immer durchlässiger wird: Bier eignet sich dafür bestens.»

Nina Wartmann, Tochter vom Bierbrauer in vierter Generation, Martin Wartmann, verkörpert jugendlich-schöne Biertrinkgarantie, während ihr Papa in den USA in Biermission unterwegs ist. Frauenfelds Stadtammann Carlo Parolari wird an der Einweihung vermisst; man war sich einig: Stadtammann Parolari ist ein Bierliebhaber. «Zu viele Termine», flüsterte eine Schöne. Am öffentlichen Mitfreuen zur Eröffnung des Brauhauses Winterthur, mit imposant designter Kupferwand in der pfiffig-gemütlichen Beiz, beteiligen sich viele.

Auch beim höchsten Zürcher, Kantonsratspräsident Bruno Walliser aus Volketswil, ist spürbar, wie das Ansehen der Thurgauer diesmal durchs Bier noch gesteigert wird: «Mir imponiert, dass es Unternehmer gibt, die den Mut haben, etwas Neues anzupacken. Und dies mit erfrischendem Bier.» Stefan Mühlemann, ebenfalls SVP, ist übrigens mächtig stolz darauf, dass er mit dem SVP-Politiker Bruno Walliser, im Privatleben Kaminfegermeister, schon Velorennen gefahren ist.

Hans Oertle, Chef Gastro Regio Frauenfeld, Untersee & Rhein.

Hans Oertle, Chef Gastro Regio Frauenfeld, Untersee & Rhein.

Eugen Haag mit TZ-Redaktionsleiter David Angst.

Eugen Haag mit TZ-Redaktionsleiter David Angst.

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