Wilener Hotel hat keine Sterne

Ab dem 1. Dezember hat Wilen beim Lerchenfeld-Kreisel ein Hotel mit 22 Betten. Bereits eine Woche früher öffnet am gleichen Ort eine Tankstelle samt Shop, in dem an sieben Tagen die Woche eingekauft werden kann.

Simon Dudle
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WILEN. Es wird also kein Motel, wie vielfach gemunkelt wurde. Rolf Gähwiler, der der Immobilien-Firma Wobag vorsteht, hat das Land beim noch immer neuen Lerchenfeld-Kreisel in Wilen gekauft und den Bau eines Hotels vorangetrieben. Er sagt, dass nie ein Motel geplant und dies lediglich ein Gerücht gewesen sei. Entstanden ist in den vergangenen Wochen und Monaten das «Uno», wo warme Mahlzeiten am Mittag sowie am Abend konsumiert werden können. Im Restaurant finden 90 Leute Platz. Für die Raucher ist ein separates Fumoir eingerichtet.

Hauptsächlich ist das «Uno» aber ein Hotel mit 14 Zimmern, wobei die Nummer 13 wie üblich fehlt. Dafür wurde ein Notzimmer im Gebäude eingerichtet. Im Untergeschoss ist in den vergangenen Wochen und Monaten ein Event-Raum entstanden. Sechs fest angestellte Personen kümmern sich ab dem 1. Dezember, dem Datum der Eröffnung, um die Gäste im «Uno».

Mit Küche – ohne Sterne

Gähwiler spricht davon, dass die Buchungslage schon jetzt gut sei. An gewissen Wochenenden kann er bereits «ausgebucht» vermelden. Ihm spielt in die Karten, dass es in Wil das Hotel Freihof nicht mehr gibt. Dies hat aber nichts mit seiner Strategie zu tun. Als Gähwiler das «Uno» plante, war nämlich noch nicht abzusehen, dass es den «Freihof» Ende des laufenden Jahres nicht mehr geben würde.

Sterne und somit eine Klassifizierung sucht man im «Uno» vergebens. Gähwiler verzichtet bewusst darauf, da er nicht bereit ist, das dafür notwendige Geld an die Gastronomieverbände abzugeben. Er möchte das Geld direkt an seine Kunden weitergeben, wie er sagt. Ansprechen will Gähwiler nicht ein spezielles Segment an Personen, sondern alle vom Single bis hin zur Familie. Dementsprechend sind die Zimmer unterschiedlich eingerichtet; in einigen steht eine kleine Küche zur Verfügung. Im obersten Stock des «Uno» wird sich eine Zahnarzt-Praxis einmieten, die heute schon in Wilen angesiedelt ist. Dort werden die Bauarbeiten allerdings noch nicht in diesen Tagen abgeschlossen, so dass das Unternehmen erst im Jahr 2012 an den neuen Standort an der Weidstrasse zügelt.

Ebenfalls vermietet hat Gähwiler im Erdgeschoss den Raum für eine Tankstelle samt Shop. Letzterer ist unter der Woche zwischen 6 und 22 Uhr sowie am Wochenende zwischen 7 bis 22 Uhr geöffnet und wird auch Frischprodukte wie Brot oder Gemüse anbieten. Dieser Shop wird ab dem 24. November, also noch vor der Einweihung des Hotels, geöffnet haben. Rolf Gähwiler hat sich mit dem «Uno» einen «Bubentraum» erfüllt, wie er sagt. Während vieler Jahre musste er um das entsprechende Land buhlen, bevor er die Pläne vor rund fünf Jahren konkretisieren konnte. Rund fünf Millionen investierte er in den Bau. Somit hat Wilen nun ein eigenes Hotel.

Zimmer in der «Sonne»

Bisher war es im Restaurant Sonne zwar möglich, Zimmer zu mieten, ein Hotel suchte man aber vergebens. Das ist mit ein Grund, wieso Rolf Gähwiler den Bau Uno getauft hat. Ein anderer ist, dass sich das Hotel an der Weidstrasse Nummer eins befindet. Ob das Vorhaben von Erfolg gekrönt ist, zeigt die Zukunft. Rolf Gähwiler ist überzeugt davon, dass es in Wilen ein Hotel verträgt. Er freut sich darauf, wenn Anfang Dezember die Bauarbeiter den Hotelgästen Platz machen.