Wilen ist die jüngste Gemeinde

Die Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau hat gestern die diesjährige Ausgabe das statistischen Jahrbuchs veröffentlicht. Der Blick in den Hinterthurgau zeigt: Am meisten junge Menschen leben in der Gemeinde Wilen.

Simon Dudle
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Eine Baustelle in Eschlikon. Die Gemeinde verzeichnete in den letzten fünf Jahren das grösste Wachstum im Bezirk. (Bild: Olaf Kühne)

Eine Baustelle in Eschlikon. Die Gemeinde verzeichnete in den letzten fünf Jahren das grösste Wachstum im Bezirk. (Bild: Olaf Kühne)

Der Hinterthurgau wird immer grösser – zumindest, was die Anzahl Einwohner betrifft. Im Jahr 2013 ist der Bezirk um 1,8 Prozent gewachsen. Ende Jahr hatten genau 44 148 Personen ihren Wohnsitz im Bezirk Münchwilen. Dieser ist weiterhin der kleinste im Kanton. Das liegt auch daran, dass die beiden kleinsten Bezirke im vergangenen Jahr beide das prozentual grösste Wachstum verzeichneten. Der Bezirk Kreuzlingen ist sogar um 2,1 Prozent gewachsen und zählte 44 869 Einwohner.

Starkes Wachstum gebremst

Das grösste Bevölkerungswachstum im Hinterthurgau verzeichnete die Gemeinde Wilen, wo die Anzahl Einwohner um 4,7 Prozent auf 2249 gestiegen ist. Auch in den nächsten Jahren wird Wilen wachsen, da im Gebiet Langewis weitere Wohnungen entstehen. Tritt voraussichtlich in drei Jahren der neue Richtplan in Kraft, wird dann aber eine Phase der Konsolidierung beginnen. Rund 2600 Personen dürften dann in Wilen wohnen.

Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre, dann ist Eschlikon am stärksten gewachsen, nämlich um ganze 10,6 Prozent. Damit ist Eschlikon die einzige Hinterthurgauer Gemeinde, die auf ein sogenannt «starkes Wachstum» zurückblickt. Im vergangenen Jahr betrug der Zuwachs «nur» noch 2,4 Prozent, was aber noch deutlich über dem kantonalen Durchschnitt von 1,5 Prozent liegt.

Fischingen schrumpft

Nur gerade sieben Gemeinden im ganzen Kanton Thurgau hatten im vergangenen Jahr einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Eine davon – die einzige im Bezirk Münchwilen – ist Fischingen. Noch 2540 Personen wohnten Ende Jahr im hinteren Tannzapfenland, also 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Zeitspanne zwischen 2008 und 2013 betrug der Rückgang dort gar 2,3 Prozent.

Rickenbach mehrfach zuoberst

Die Gemeinde Wilen ist nicht nur beim Wachstum zuoberst: Sie ist auch die «jüngste» Kommune im südlichen Thurgau. Mehr als jeder vierte Bewohner Wilens ist 20jährig oder jünger. Beim Nachbar Rickenbach beträgt dieser Wert gerade mal 19 Prozent und ist so tief wie sonst nirgends im Hinterthurgau. Die «älteste» Gemeinde ist Rickenbach damit aber nicht. 15,2 Prozent aller Rickenbacher Personen sind 65jährig oder älter. In Fischingen leben gar 15,9 Prozent Leute im Pensionsalter. Interessant ist auch ein Blick auf die Ausländerstatistik. Diese wird weiterhin und deutlich von Rickenbach angeführt. Fast jede dritte Person hat dort den Ausländerstatus. Dieser Wert ist rund doppelt so hoch wie der kantonale Durchschnitt von 16,6 Prozent. Sirnach nimmt in dieser Statistik mit 22 Prozent Platz zwei ein. Der tiefste Wert im Bezirk Münchwilen weist – und auch das war schon vor Jahresfrist so – Wilen auf, wo der Ausländeranteil bei gerade mal 10 Prozent lag.

Die höchste Arbeitslosenquote hatte mit 2,6 Prozent im vergangenen Jahr die Gemeinde Rickenbach zu beklagen. Den in dieser Statistik tiefste Wert weist Braunau auf: Weniger als 1 Prozent der Einwohner waren dort arbeitslos.