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WILEN: «Ich war nie ein Cliquen-Typ»

Milena Kuster ist die erste Jugendarbeiterin der Jugendkommission Rickenbach-Wilen. Anfang November eröffnet sie den Jugendtreff Ägelsee. Bei der Gestaltung der Räume können die Jugendlichen mitreden.
Roman Scherrer
Jugendarbeiterin Milena Kuster sitzt auf dem Sofa – eines der noch wenigen Möbelstücke im neuen Jugendtreff. (Bild: Roman Scherrer)

Jugendarbeiterin Milena Kuster sitzt auf dem Sofa – eines der noch wenigen Möbelstücke im neuen Jugendtreff. (Bild: Roman Scherrer)

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

Nicht oft werden Entscheide von Gemeindeversammlungen in so kurzer Zeit umgesetzt: Noch im März haben die Stimmbürger der Gemeinden Wilen und Rickenbach der Finanzierung eines gemeinsamen Jugendtreffs in Wilen zugestimmt. Per Anfang September hat Milena Kuster aus Wilen bereits die neu geschaffene Stelle als Jugendarbeiterin angetreten. An der Gemeindeversammlung in Wilen, bei der über den Jugendtreff abgestimmt wurde, konnte sie nicht mitentscheiden. «Ich war von März bis Anfang August in Kenia und habe dort in einer Primarschule das Abschluss­praxismodul für mein Studium in Sozialer Arbeit absolviert», sagt die 26-Jährige.

Im Frühling ist sie über ein Online-Portal auf die Stelle aufmerksam geworden. «Ich habe die Ausschreibung gelesen und dachte sofort: Wo erhält man sonst so eine Chance, direkt nach dem Studium?» Besonders der Aufbau der Jugendarbeit hat sie an der Stelle gereizt. «Ausserdem habe ich in den Praxismodulen des Studiums gemerkt, dass die Arbeit mit Jugendlichen sehr gut zu mir passt», sagt Kuster.

Jugendtreff ist bald geöffnet

Seit viereinhalb Jahren wohnt ­Milena Kuster in Wilen. Das bringe durchaus Vorteile für ihre Arbeit mit sich. So kennt sie die Umgebung gut und weiss, an welchen Plätzen die Jugendlichen sich ­gerne aufhalten. «Ausserdem geniesse ich es, dass ich meinen Arbeitsweg in kürzester Zeit zu Fuss zurücklegen kann», sagt sie. Zu ihrer Arbeit gehört neben dem Aufbau und der künftigen Führung des Jugendtreffs auch die Leitung des Mittagstischs der ­Sekundarschule Ägelsee. Zurzeit sind dafür 13 Schüler angemeldet. Für den Start sei das schon ganz gut, so Kuster. Durch den Mittagstisch konnte sie bereits mit Jugendlichen in Kontakt treten, die künftig auch den Jugendtreff besuchen können. «Ihre Vorfreude auf den Jugendtreff ist gross. Häufig haben sie mich gefragt, wann es endlich losgehe.»

Bald soll es soweit sein. Am Nachmittag des 8. November ist der Jugendtreff das erste Mal geöffnet. Milena Kuster hat dafür ein «Meet and Greet and Pizza» organisiert, damit sie und die Jugendlichen sich beim gemüt­lichen Pizzaessen besser kennen lernen können. «In diesem Alter isst man ja eigentlich immer gerne etwas», sagt die Wilenerin lachend.

Nach dem Start soll der Jugendtreff jeden Mittwochnachmittag geöffnet sein. Nächste Woche besucht Kuster die Klassen der Sekundarschule Ägelsee, um die Jugendlichen über den Jugendtreff zu informieren.

Zweite Person für Jugendarbeit

Im Moment stehen im Jugendtreff – der ehemaligen Wohnung des Schulhausabwarts – noch nicht viel mehr als ein Sofa und einige Stühle. Die Einrichtung will Milena Kuster gemeinsam mit den Jugendlichen gestalten. «Wir werden dafür zuerst Ideen sammeln», sagt sie.

Im nächsten Jahr soll eine zweite Person die Jugendarbeit ergänzen. Milena Kuster wünscht sich dabei eine männliche Verstärkung. «So könnten wir den Jugendlichen eine gute Abwechslung bieten.» Zudem wird geprüft, ob auch Fünft- und Sechstklässler Interesse am Angebot des Jugendtreffs haben. Dieser ist vorläufig als dreijähriges Pilotprojekt angelegt.

Kuster selbst besuchte früher den Jugendtreff kaum. «In Wil, wo ich aufgewachsen bin, waren damals vor allem die Cliquen der verschiedenen Schulhäuser im Jugendtreff. Und ich war nie der Cliquen-Typ.» Für die Jugendlichen sieht sie in einem Jugendtreff aber einen grossen Nutzen. «Sie sind wegen Stigmatisierungen nicht überall gern gesehen. Der Jugendtreff ist aber ein Raum, der nur für sie da ist. Hier kann sich eine Jugendkultur entwickeln», sagt Kuster. Auf die Frage, wie der Jugendtreff Ägelsee in einem Jahr aussehen soll, sagt sie: «Ich wünsche mir ein fröhliches, lebendiges Haus, in dem sich die Jugendlichen wohlfühlen.»

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