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WILEN: Ein Duell ohne Emotionen

Beim Podium zur Wahl der neuen Primarschulpräsidentin sind sich am Montag die zwei Kandidatinnen Barbara Jaeger und Nina Haag-Berlinger gegenübergestanden.
Tim Frei

Tim Frei

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Die Schulgemeinde Wilen hat einen «mutigen Entscheid» zu treffen. So eröffnete Moderator Simon Dudle die Gesprächsrunde. Worum geht es? Am 26. März wird die Schulgemeinde eine neue Primarschulpräsidentin erhalten. Zur Wahl als Nachfolgerin von Andrea Twiddy stellen sich Barbara Jaeger und Nina Haag-Berlinger.

Barbara Jaeger, 36-jährig, gebürtige Deutsche, wohnt seit 2010 mit ihrer Familie im Dorf. Die ausgebildete Erzieherin ist in Wilen keine Unbekannte, ist sie doch seit 2015 Mitglied der Primarschulbehörde. In dieser ist sie für das Ressort Pädagogik verantwortlich. Nina Haag-Berlinger, 35-jährig, ist in Wil aufgewachsen, ehe sie 2015 mit ihrer Familie nach Wilen zügelte. Sie arbeitete mehrere Jahre in der Privatwirtschaft.

Beide Kontrahentinnen sind optimistisch

Im Gegensatz zu ihrer Konkurrentin hat Nina Haag-Berlinger bisher keine Erfahrung in einer Schulbehörde. Als grossen Nachteil sieht sie das aber nicht: «Ich habe in vielen Unternehmen gearbeitet. Aus dieser Tätigkeit kann ich sicher Analogien ziehen», sagte sie am Podium zur Präsidiumswahl, das am Montag im Kirchen- und Gemeindezentrum in Wilen stattfand und von Simon Dudle, Redaktor von der «Wiler Zeitung», moderiert wurde. Sie ergänzte: «Wie in jedem anderen Job wird man sich auch als Schulpräsidentin in eine Kultur einfügen müssen. Diese Flexibilität habe ich. Deshalb rechne ich mir durchaus Chancen aus.» Doch auch Barbara Jaeger gab sich an der Veranstaltung optimistisch: «Ich habe zwar grossen Respekt vor dieser Aufgabe, doch gleichzeitig habe ich auch den Mut und die nötige Qualifikation, sie anzupacken.»

Auffallend: Die zwei Kandidatinnen waren sich beim Podium oft einig. Das führte dazu, dass man nicht den Eindruck gewann, als würde eine Kampfwahl kurz bevorstehen. Einig waren sich die zwei Frauen zum Beispiel bei der Frage, was denn eine gute Schule ausmache. Beide erwähnten, die Atmosphäre in der Schule sei entscheidend für den Lernerfolg der Schüler. Zudem strichen sie einen offenen und transparenten Dialog zwischen Eltern, Kindern, Lehrern, Schule und weiteren Anspruchsgruppen hervor. Barbara Jaeger ergänzte, die Primarschule habe die Aufgabe, die Schüler auf die Berufswelt vorzubereiten. Das sei nicht zu unterschätzen, schliesslich würden die Anforderungen kontinuierlich steigen. «Ein gutes Beispiel unserer Schule ist die Einführung des Projektunterrichts», sagte sie. Nina Haag-Berlinger betonte, Lehrer müssten Toleranz und Respekt vorleben; Schüler müssten als Individuum akzeptiert und wahrgenommen werden. «Man sollte Schüler nicht auf ihre schulischen Leistungen reduzieren.»

Klare Antworten auf «Was, wenn?»-Frage

Mit Spannung wurde die Frage erwartet, was die Kandidatinnen machen würden, wenn sie nicht gewählt würden. Würde Barbara Jaeger mit ihrer Konkurrentin an der Spitze in der Schulbehörde bleiben? Und: Würde Nina Haag-Berlinger bei anderem Ausgang das jetzige Amt ihrer Kontrahentin übernehmen? «Bei einer Nichtwahl würde ich den Bettel sicher nicht hinwerfen, denn das entspricht nicht meiner Überzeugung», sagte Barbara Jaeger. Nina Haag-Beglinger würde sich zwar gerne für die Schule engagieren. «Für das freiwerdende Amt im Ressort Pädagogik würde ich aber nicht kandidieren.» Denn sie ziehe eine Aufgabe vor, bei der sie sich mit ihrem Hintergrund optimal einbringen könne.

Nach dem Podium informierte die Schulbehörde über den aktuellen Stand zum Neubau der Turnhalle. So wurde der Projektierungskredit bekannt, über den ebenfalls am 26. März befunden wird. Er beträgt 480 000 Franken. Wird dieser genehmigt, wird im Herbst eine ausserordentliche Versammlung einberufen, an der über den Baukredit abgestimmt wird. Dessen Höhe ist aber noch unklar. Geplanter Baubeginn ist im Frühling 2019.

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