Wil West wird konkret

Die Planung für den Entwicklungsschwerpunkt im Westen der Stadt Wil geht in die entscheidende Phase. Derzeit arbeitet ein Kommunikationsbüro das Konzept aus.

Philipp Haag
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Beim Impuls-Apéro: Jenny Schäpper vom «Büro Lokal» mit Regio-Wil-Geschäftsstellenleiterin Anne Rombach, Monika Scherrer und Erika Schiltknecht (von rechts). (Bild: Philipp Haag)

Beim Impuls-Apéro: Jenny Schäpper vom «Büro Lokal» mit Regio-Wil-Geschäftsstellenleiterin Anne Rombach, Monika Scherrer und Erika Schiltknecht (von rechts). (Bild: Philipp Haag)

Die wirtschaftliche Zukunft von Wil liegt im Westen der Stadt. Im Dreieck Gloten, Münchwilen, Wil – unterhalb des Autohauses Von Rotz – ist ein gewerblich-industrieller Entwicklungsschwerpunkt geplant, der auch den Dienstleistungssektor, die Forschung sowie das Wohnen umfasst. Der ETH-Zürich-Stützpunkt, den die St. Galler Industrie- und Handelskammer vor kurzem in den Medien für Wil forderte, soll auf dem Gelände «Wil West» erstellt werden.

Um die Kommunikation über das Grossprojekt zu kanalisieren und zu professionalisieren, ist ein Kommunikationsbüro mit der Ausarbeitung eines Kommunikationskonzeptes beauftragt worden. «Wir möchten den Informationsfluss sowohl bei den involvierten Behörden als auch zur Bevölkerung optimieren und verstärken», sagt Anne Rombach, Leiterin der Regio-Wil-Geschäftsstelle. Denn nun gelangt der Entwicklungsschwerpunkt «Wil West» in die Konkretisierungsphase.

Ein Masterplan ist bereits erstellt. Doch dieser liefert lediglich das Grobschema. «Nun geht es darum, die Infrastruktur-Vorhaben in den Vorprojekt-Status zu erheben und die Kosten zu ermitteln», sagt Anne Rombach. Konkret bedeutet dies unter anderem: Die Linienführung der Frauenfeld-Wil-Bahn, die verlegt werden muss, genau darlegen und aufzeigen, wo die neu zu erstellende FW-Haltestelle «Wil West» plaziert wird. Ebenfalls gilt es, die Erschliessung des 105 000 Quadratmeter grossen Geländes zu definieren sowie den genauen Standort des Autobahnanschlusses «Wil West» bei Gloten. Gemäss Anne Rombach hat die Astra-Filiale Winterthur nun ein generelles Projekt für den Autobahnzubringer ausgeschrieben.

Gestaltungsplan wird erarbeitet

Abgestimmt auf die Infrastrukturprojekte wird parallel ein Gestaltungsplan sowie die Zonenanpassung erarbeitet. Gegenwärtig befindet sich das Grundstück in der Landwirtschaftszone. Es muss also umgeteilt werden.Die Infrastruktur-Projekte fliessen aber auch in das Agglomerationsprogramm 3. Generation ein, in dem der Entwicklungsschwerpunkt «Wil West» als Schlüsselprojekt gilt. Dieser war bereits Bestandteil des Agglomerationsprogramms 2. Generation. Der Bund stufte das Grossprojekt damals allerdings in die Priorität B ein. Die Priorisierung ist wichtig für den Beitrag des Bundes an den Erschliessungskosten. Diese sind für «Wil West» auf 68 bis 76 Millionen Franken veranschlagt. Daran beteiligen sich neben dem Bund die Kantone St. Gallen und Thurgau sowie angrenzende Gemeinden. Damit der Bund die Beiträge ab dem angestrebten Termin, dem Jahr 2019, freigibt und mit den Bauarbeiten gestartet werden kann, muss «Wil West» im Agglomerationsprogramm 3. Generation in der Priorität A eingestuft werden.

«Dies streben wir an», sagt Anne Rombach. Bis im September 2016 möchte Regio Wil den Bericht mit den Massnahmen ausgearbeitet haben, bis Ende des nächsten Jahres muss das Agglomerationsprogramm 3. Generation beim Bund eingereicht sein.

Trägerschaft für Vermarktung

Voraussetzung für den Entwicklungsschwerpunkt «Wil West» ist allerdings, dass der Autobahnanschluss «Wil West» sowie die Zentrumsentlastung Wil realisiert wird. Bis ins Jahr 2019 soll ausserdem eine Trägerschaft gegründet werden, die sich um die Vermarktung des Gebietes kümmert. Vor den Gästen des Impulsapéros des Jung-Unternehmer-Zentrums bekräftigte Anne Rombach am Mittwochabend, dass keine lärm- und flächenintensive Nutzung vorgesehen sei, also keine Lagerhallen, Logistikcenter oder Discounter angesiedelt werden. Angestrebt wird eine hohe Arbeitsplatzdichte. Bis ins Jahr 2038 sollen bis zu 3000 Arbeitsplätze geschaffen werden, die eine hohe Wertschöpfung aufweisen.