WIEZIKON: Alphorn, Jodel und ein Ochse

Drei Tage Dorffest sind schon wieder Geschichte. Was bleibt, sind die Erinnerungen an das kunterbunte Programm. Auch das 20-Jahr-Jubiläum von Sirnach war Teil der gemütlichen Festivität.

Christoph Heer
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Ein Blick auf die vollbesetzten Tischreihen.

Ein Blick auf die vollbesetzten Tischreihen.

Christoph Heer

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Das Spektrum des Gebotenen war in etwa so breit wie das Programm am Frauenfelder Open Air. Klar, auf dem Wieziker Dorfplatz hat es keinen Platz für Zehntausende von Besuchern. Die Stimmung aber war erste Sahne. Und auch das Ambiente kann sich seit jeher sehen lassen, wenn der Dorfverein alle zwei Jahre zum Dorffest einlädt. Die Wieziker bezeichnen diese Festtage dementsprechend als ihre ganz eigene fünfte Jahreszeit. Gegen sieben Tonnen Holz werden jeweils aufgerichtet und lassen aus dem Dorfplatz eine riesige «Chnebelhütte» werden. Ein riesiger überdachter Ort, an dem Jung und Alt feiert.

Und wie gefeiert wurde! Am Freitag fand das neunte Ländlertreffen statt, mit dabei waren lüpfige Formationen wie das «Trio Chnüsperli Buebe», das «Echo vom Paradiesli», die «Lutere Buebe» oder der Jodelclub Sirnach, der natürlich sein Heimspiel in vollen Zügen genoss. Moderiert wurde das volkstümliche Szenario von Hubi Schnider aus dem Entlebuch. Mit seiner Mimik, seinem Schalk und seiner redegewandten Art hatte er das Publikum schnell auf seiner Seite. Dank der tadellosen Organisation funktionierten nicht nur Barbetrieb und Festwirtschaft, auch seitens Tombola, Festführer und Parkplatzeinweisung war alles durchdacht und geordnet abgelaufen.

Zauberei, Akrobatik und ein runder Geburtstag

Der Samstagabend stand dann ganz im Zeichen der Zauberei und der Akrobatik. Frank Borton (Zauberer), der Turn-Show-Act Herkules und Martina Bucher als Poledance-Akrobatin verzauberten das Publikum. Zum Tanz lud hierfür das Duo «Die Pläuschler», das auch für die Moderation des Abends verantwortlich war. Und ohne diesen zwei Abenden etwas absprechen zu wollen, aber der Höhepunkt war in diesem Jahr am Sonntag.

Denn am dritten und letzten Festtag fand das 20-Jahr-Jubi­läum der Politischen Gemeinde Sirnach statt – integriert in das Dorffest. Ein Auftritt der Sirn­acher Musikgesellschaft durfte hierzu nicht fehlen, ebenso wenig wie der heisse Ochse am Spiess. Gemeindepräsident Kurt Baumann hielt zudem die Jubiläumsansprache, während im Gemeindeschürli zeitgleich die Ausstellung zu «20 Jahre Sirnach» offen war.

«Ich wünsche mir, dass unsere Gemeinde immer mehr zu einem Ort wird, an dem Menschen unabhängig von ihrer Nationalität, Herkunft, Rasse, Schicht oder Religion zusammenleben. Die Gemeinde als Ort der Wahrheit und als Ort der Wirklichkeit: Das ist Wiezikon, das ist Egg-Horben, das ist Busswil und das ist Sirnach. Es lebe die Gemeinde Sirnach»: Das waren die starken Worte des Gemeindepräsidenten.