Wieso Sirnach eine Muschel hat

Seit drei Wochen ist Sirnach als Einheitsgemeinde organisiert – und tritt seither auch mit einem neuen Gemeindelogo auf. In Anlehnung an das Wappen besteht es aus einer Jakobsmuschel. Das Erkennungszeichen der Pilger ist im Dorf allerorten präsent.

Simon Dudle
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Gemeindeammann Kurt Baumann studiert das neue Handbuch über die Anwendung des neuen Logos. (Bild: Simon Dudle)

Gemeindeammann Kurt Baumann studiert das neue Handbuch über die Anwendung des neuen Logos. (Bild: Simon Dudle)

SIRNACH. Da sich Politische und Schulgemeinde per 1. Januar zur Einheitsgemeinde zusammenschlossen, musste man sich in Sirnach mit einem einheitlichen Auftritt befassen. Beide Körperschaften hatten ein eigenes Logo, beide in den Farben rot, gelb, schwarz und blau.

Das neue Logo ist schlichter. Der Begriff «Gemeinde» ist in den Schriftzug Sirnach integriert, womit eine Einheit der Dörfer Büfelden, Busswil, Gloten, Horben-Egg, Littenheid, Sirnach und Wiezikon gezeigt wird. Wichtiger noch ist aber die Muschel, welche in roter Farbe rechts neben dem Wort «Sirnach» steht. Das Weichtier ist in der Gemeinde seit eh und je präsent – zum Beispiel im eigentlichen Dorfwappen, das es auch weiterhin gibt. In diesem sind drei Muscheln abgebildet. Sie stehen in Zusammenhang mit dem Pilgerweg (Schwabenweg), der von Deutschland her kommend an Sirnach vorbei via Einsiedeln ins spanische Santiago de Compostela führt. Mit Jakobsmuscheln schöpften die Pilger früher Wasser aus Brunnen, heute gelten sie als Erkennungszeichen.

Sirnacher Pilgersuppe

Doch wieso sind drei Muscheln im Logo zu sehen? Das hängt damit zusammen, dass die Pilger früher in Sirnach an drei Orten absteigen, rasten und sich stärken konnten – im Haus Bernet, im Hof Rütibach und im heutigen Gasthaus Engel. In diesem ist die Tradition bis heute aufrecht erhalten worden und die Wandersleut erhalten gratis eine von der Bürgergemeinde Sirnach offerierte Pilgersuppe, wenn sie ihren Pass vorweisen.

Auch an der Sirnacher Fasnacht ist die Muschel omnipräsent. Die Muschelfee wacht dann während fünf Tagen über die Geschicke der Gemeinde. Die Amtsübergabe erfolgt durch den Gemeindeammann, der der Muschelfee das Muschelgeschmeide umhängt. Am Ursprung jener fasnächtlichen Zeremonie erscheint die Muschelfee aus einer grossen Muschel.

Weiterhin alte Logos

Seit diesem Jahr ist die Muschel noch viel präsenter in der Gemeinde – auf der neu gestalteten Homepage, auf dem heute erstmals in neuem Erscheinungsbild präsentierten Mitteilungsblatt der Gemeinde oder auf Briefköpfen. An fünf Stellen der Dorfeingänge prangt noch das alte Logo. Laut Gemeindeammann Kurt Baumann wird sich das aber in den nächsten Wochen ändern. «Das neue Logo ist eine gefreute Sache. Es ist einfach, hat einen hohen Wiedererkennungswert und ganz Sirnach gehört dazu.»

Noch sind nicht alle alten Ensembles aus dem Verkehr gezogen. Jene auf den Kleidern der Gemeinde-Angestellten werden aus Kostengründen dann ersetzt, wenn neue Kleider nötig sind.