Wiege der Gartenkultur in Europa

Nach drei Jahren wurde gestern das Interreg-IV-Projekt Bodenseegärten im Neuen Schloss Meersburg abgeschlossen. Ein Verein soll nun dafür sorgen, dass die Aufbauarbeit nachhaltig bleibt.

Caspar Hesse
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Ausblick vom Neuen Schloss Meersburg auf den Bodensee – auch hier mit Garten. (Bild: pd/Helmuth Scham)

Ausblick vom Neuen Schloss Meersburg auf den Bodensee – auch hier mit Garten. (Bild: pd/Helmuth Scham)

MEERSBURG. «Heute ist ein Feiertag. Wir schliessen ein tolles Projekt ab.» So begrüsste Jürgen Ammann von der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH gestern zur Jahrespressekonferenz des Netzwerks Bodenseegärten im Neuen Schloss Meersburg. Mit dem Abschluss der Interreg-IV-Projektlaufzeit startet die selbständige Trägerschaft mit dem Verein Bodenseegärten, der letztes Jahr gegründet wurde. Als Präsident des Vereins mit Sitz in Salenstein amtet Dominik Gügel, der Leiter des Napoleonmuseums Thurgau. Die Thurgauer Nationalrätin Verena Herzog und der deutsche Bundestagsabgeordnete Andreas Jung haben ein Co-Präsidium übernommen und treten als Schirmherren der Bodenseegärten auf.

Die Gesamtprojektkosten betrugen rund 700 000 Euro, die getragen wurden von der öffentlichen Hand und den Projektpartnern. Ammann sprach vom «grössten Spannungsbogen der europäischen Gartengeschichte», der sich rund um den Bodensee befindet, mit Spuren von der Alt- und Mittelsteinzeit bis heute und der Insel Reichenau als eigentlichem Geburtsort der europäischen Gartenkultur. Die Bodenseegärten vernetzen bestehende Angebote als «Marken-Leitprodukt in den Themenfeldern Kultur sowie Natur und Genuss», wie Ammann sagte.

Weltweit in Top Ten vorstossen

Monika Grünenfelder vom Netzwerk Bodenseegärten setzt sich zum Ziel, dass die Bodenseegärten dereinst zu den Top-Ten-Gartenregionen weltweit gehören. In den letzten drei Jahren entstanden Ausflugsrouten und buchbare Angebote, es wurden eine Webseite und Broschüren gestaltet sowie gemeinsame Marketing- und Pressearbeit geleistet, heisst es in der Pressemitteilung. Die Gärten am Bodensee hätten so als Reise-, Ausflugs- und Naherholungsziele an Profil gewonnen, was zur Stärkung der Destination Bodensee beitrage.

In diesem Jahr konnten bereits vier Gärten neu aufgenommen werden: die englische Parkanlage von Schloss Wartegg, die Heilpflanzenwelt von Alfred Vogel in Roggwil sowie die Gartenkulturpfade in Überlingen und Lindau.

Zusammen stärker sein

Die Mitgliedschaft unter der Dachmarke ist offenbar für Grosse wie Kleine lohnenswert. So sprach Corinne Rüegg, Leiterin Marketing und Kommunikation in der Stiftung Kartause Ittingen, von der Chance, die Kartause als Gartendestination bekannter zu machen, zum Beispiel, dass sie die grösste historische Rosensammlung der Schweiz besitze. Und auf der anderen Seite sieht auch die Blumeninsel Mainau eine «grosse Chance für den Bodensee, zusätzliche Gäste zu akquirieren», sagte Franz Petzold, Leiter Marketing und Vertrieb auf der Insel Mainau. Die Bodenseegärten könnten sich so als «Erlebniskette» profilieren.

www.bodenseegaerten.ch