Wie ein Stadtbus im Stossverkehr

Nun geht es also in der Frauenfelder Verkehrspolitik um eine Gesamtschau, die alle Arten der Mobilität im Blick haben will.

Stefan Hilzinger
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Nun geht es also in der Frauenfelder Verkehrspolitik um eine Gesamtschau, die alle Arten der Mobilität im Blick haben will. Diese Gesamtschau hat nicht mehr einzelne Massnahmen im Fokus, sondern ein Geflecht von Mitteln und Wegen, um die Entwicklung der Stadt sowie Art und Menge des Verkehrs «stadtverträglich» zu gestalten.

In der Vergangenheit seien die Massnahmen zur Entlastung der Stadt vom Verkehr viel zu oft gegeneinander ausgespielt worden. Das hat der Stadtrat richtigerweise erkannt. Jüngstes Beispiele ist da etwa der gar nicht erst gestartete Versuch mit Einbahnverkehr in der Ringstrasse und Temporeduktion in der Vorstadt.

Nach der Präsentation des Konzepts «Mobilität 2030» schwingt Enttäuschung mit. Man hätte nach all den Studien, Plänen und politischen Diskussionen konkretere Massnahmen an den neuralgischen Punkten erwarten können, wie in der Vorstadt, vor dem Rathaus oder am Kreuzplatz. Davon sieht man aber vorerst noch wenig. Denn vieles ist in dem Konzept noch Ziel und Absicht.

Statt der grossen Würfe sind nun kleinere Schritte angesagt. Bahn und Bus, Velos und Fussgänger sollen verstärkt gefördert werden. Der Autoverkehr bleibt weiterhin wichtig, rückt aber aus dem Zentrum der Betrachtungen. Das war nach dem Aus des Millionentunnels so zu erwarten. Doch gerade die Bewohner der Innenstadt erwarten endlich eine Antwort darauf, wie die täglichen Staus und Stop-and-Goes entschärft werden können. Nun müssen die in Aussicht gestellten Massnahmen einfach schneller vorwärts- kommen als der Stadtbus im Feierabendverkehr.