Wie auf dem Abstellgleis

STECKBORN. Die zwei Steckborner Léonie Moser und Kaspar Schweizer wollen mit einem Kurzfilm auf Cybermobbing aufmerksam machen. Die Jugendlichen greifen auf eigene Beobachtungen und Erfahrungen zurück.

Marion Wehrli
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Im Filmstudio: Léonie Moser und Kaspar Schweizer. (Bild: Marion Wehrli)

Im Filmstudio: Léonie Moser und Kaspar Schweizer. (Bild: Marion Wehrli)

Mobbing ist ein aktuelles Thema. Vor allem bei den Jugendlichen. «Ich habe in der Schule schon selbst mehrere Fälle von Schikanen beobachtet», sagt Léonie Moser. Die Steckbornerin ist die Regisseurin in Kaspar Schweizers neuem Kurzfilm «Abstellgleis», der sich mit dem Thema Cybermobbing auseinandersetzt.

«Natürlich existieren schon viele Filme zu dieser Problematik», sagt Schweizer, der Produzent. «Aber da wir selbst erst 17 Jahre alt sind, können wir uns vielleicht besser in diese Lage hineinversetzen.»

Bewerber von weit her

Der Film der beiden scheint auf reges Interesse zu stossen. Das zeigte das Casting vergangene Woche, bei welchem sie die vier Hauptrollen besetzen wollten. Insgesamt 40 Bewerber zwischen 15 und 19 Jahren fanden ihren Weg nach Zürich. Moser und Schweizer überraschte es dabei, dass die Bewerber zum Teil von weit her angereist waren, um in ihrem Film mitspielen zu können.

Festgelegt wurde bis jetzt jedoch nur eine Rolle. Daniela Wildli aus Aargau überzeugte Moser und Schweizer sofort. Sie sollte eine Szene spielen, bei der sie entdeckt, dass ihr Freund einer anderen Frau schreibt. «Daniela ist gerade mal 15, ihr Schauspielpartner schon 19. Und doch schnappte sie sich mit voller Überzeugung sein Handy und löschte die Nummer der anderen Frau», sagt Moser. «Das passte einfach perfekt zur Rolle und beeindruckte uns extrem.»

Die weiteren Hauptrollen werden erst im nächsten Januar, in einem zweiten Casting, festgelegt. Dazu haben Moser und Schweizer acht Favoriten gewählt, die sie gerne nochmals sehen möchten, ehe sie sich endgültig entscheiden. «Bevor wir dann den Film drehen, werde ich mit den Schauspielern das Drehbuch besprechen und mit jedem eine Einzelprobe machen», sagt Moser. Im Film gibt es auch zwei Liebespaare. Damit diese wissen, wie nahe sie einander kommen wollen, werden noch dazu Proben stattfinden.

Lange Suche nach dem Titel

Bei der Grundgeschichte zu ihrem Film waren sich Moser und Schweizer schnell einig. Dafür suchten sie umso länger nach einem passenden Titel.

Irgendwann entstand dann die Idee, denn Kurzfilm «Abstellgleis» zu nennen. «Wenn man gemobbt wird, ist man der Aussenseiter. Wir stellen uns vor, dass man sich dabei wie auf einem Abstellgleis fühlt», erklären die beiden.

Um dem Titel auch noch einen tieferen Sinn zu geben, haben sie sich entschieden, eine entsprechende Szene im Film einzubauen. Dieser soll im April 2017 fertiggestellt sein.