Widerstand gegen Motocross-Piste

Bei der Gemeinde Gachnang sind acht Einsprachen gegen den geplanten Motocrossparcours in Niederwil eingegangen. Unter den Einsprechern sind der Verkehrsclub Thurgau und Pro Natura Thurgau.

Stefan Hilzinger
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Ein Seitenwagengespann unterwegs auf der Piste im Schollenholz. (Archivbild: Reto Martin)

Ein Seitenwagengespann unterwegs auf der Piste im Schollenholz. (Archivbild: Reto Martin)

GACHNANG. Erfahrungsgemäss treffen die letzten Einsprachen gegen Bauvorhaben mit B-Post erst an den Tagen nach Ablauf der Auflagefrist bei der Gemeinde ein. Das war auch im Fall des Motocross-Projektes in Niederwil nicht anders. Die öffentliche Auflage war am Mittwoch zu Ende. Gestern sagte der Gachnanger Bauverwalter Stefan Angst dann auf Anfrage, dass acht Einsprachen gegen die neue Piste eingegangen seien.

Eine Gruppe von Promotoren um den Frauenfelder Willy Läderach will auf Landwirtschaftsland zwischen der Zuckerfabrik und dem Niederwiler Dorfrand eine neue Motocrosspiste bauen, dies als Ersatz für den Parcours im Schollenholz (siehe Kasten).

«Ägelsee beeinträchtigt»

Nebst Einsprachen von privater Seite wehren sich auch zwei Umweltverbände gegen das Vorhaben. Bereits bekannt war die Einsprache der Sektion Thurgau des Verkehrsclubs der Schweiz. «Auch Pro Natura Thurgau hat Einsprache erhoben», sagt Präsident Toni Kappeler auf Anfrage. Die geplante Motocrosspiste befinde sich fast ausschliesslich in der Landwirtschaftszone, und zwar in der Fruchtfolgefläche, die damit verlorenginge. «Ausserdem beeinträchtigt die geplante Piste das in unmittelbarer Nähe liegende Naturschutzgebiet Ägelsee, einen Rastplatz für Zugvögel», sagt Kappeler.

Für den VCS Thurgau fehlen laut Pressemeldung «entscheidende Vorbedingungen», um dieses Projekt bewilligen zu können. Namentlich nennt der VCS etwa eine Zonenänderung, eine Betriebsbewilligung mit Betriebsreglement oder eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Auch Toni Kappeler von Pro Natura erachtet das Projekt als nicht bewilligungsfähig. Für Bauten und Anlagen ausserhalb des Baugebietes brauche es Standortgebundenheit – und das sei im Fall einer Motocrosspiste nicht gegeben. «Ich würde mich wundern, wenn der Kanton so etwas bewilligt», sagt Kappeler.

«Weniger Land beansprucht»

Mitinitiator Willy Läderach nimmt die Einsprachen vorerst zur Kenntnis. «Wir kennen den Inhalt der Einsprachen noch nicht.» Er betont jedoch, dass der Anlass aus seiner Sicht künftig deutlich weniger Kulturland beanspruche als bisher. «Das Fahrerlager mit den immer schwereren Lastwagen zügelt von Äckern bei Oberwil auf das befestigte Gelände der Zuckerfabrik.» Auch die Parkiererei werde umweltfreundlicher: «Die Besucher fahren direkt von der Autobahn zur Grossen Allmend, von wo sie mit Shuttle-Bussen nach Niederwil chauffiert werden», sagt Läderach.

«Wir haben gegenüber der Gemeinde Gachnang nun schriftlich versichert, dass wir nicht mehr als zwei Anlässe pro Jahr auf der Anlage durchführen», sagt Läderach weiter. Anwohner hatten an der Informationsveranstaltung Anfang Oktober mehrfach den Verdacht geäussert, dass auf der Anlage häufiger als zweimal jährlich Rennen stattfinden.

Die Gemeinde Gachnang wartet nun noch die Stellungnahmen der kantonalen Ämter ab, welche bei Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone einzuholen sind. Danach entscheide sich das weitere Vorgehen.