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Wickeln – waschen – wickeln

Rosemarie Dütschler betreibt seit vier Jahren einen Onlineshop für Stoffwindeln. In Kreuzlingen hat sie einen Laden eröffnet und berät dort interessierte Eltern. Das Geschäft floriert.
Amy Douglas
Die Auswahl in Rosemarie Dütschlers Stoffwindel-Laden in Kreuzlingen ist sehr gross. (Bild: Reto Martin)

Die Auswahl in Rosemarie Dütschlers Stoffwindel-Laden in Kreuzlingen ist sehr gross. (Bild: Reto Martin)

Eine laute Glocke erklingt beim Eintreten in das kleine Ladengeschäft. Auf Regalen entlang der Wände stapeln sich Stoffwindeln in allen Farben und Mustern: Marienkäfer, rosa Seepferdchen, Blümchen, Autos, Erdbeeren oder Punkte – Eltern, die sich Stoffwindeln für ihren Nachwuchs wünschen, haben hier die Qual der Wahl. Vor wenigen Jahren sei dies noch anders gewesen, sagt Rosemarie Dütschler, die Inhaberin des Geschäfts. Sie steht an der Theke: «Das Angebot an Stoffwindeln war in der Schweiz sehr klein.»

Als sie damals bei ihrem ersten Kind nach einer bestimmten Marke gesucht hat, fand sie nur ein einziges Angebot in der Schweiz. «Diese Stoffwindel war viel teurer als in den anderen Ländern», sagt Dütschler. So bestellte sie die Windeln im Ausland. «Ich habe viel über das Thema gelesen und dazu recherchiert», sagt sie. Irgendwann sei ihr die Idee zum eigenen Onlineshop gekommen. «Es war definitiv eine Nachfrage da, vor allem in Kombination mit Beratung», sagt Rosemarie Dütschler.

2012 schaltete sie ihr erstes Angebot online auf, eine bescheidene Auswahl an verschiedenen Modellen, die sie im Wohnzimmer lagerte. Die Erinnerung an den Moment, als die erste Bestellung bei ihr einging, löst bei der 33-Jährigen immer noch ein Strahlen aus. «Das Geschäft ist dann langsam gewachsen, bis ich es nicht mehr einfach nebenbei machen konnte.» Anfang dieses Monats hat Dütschler ihren eigenen Laden namens «Windelzeit» in Kreuzlingen eröffnet. Und seither sei sie jede Minute voll beschäftigt: «Ich hätte nicht gedacht, dass gleich auf Anhieb so viele Kunden vorbeikommen.»

Beim zweiten Kind lohnt es sich

Wenn der Laden doch einmal leer ist, kümmert sie sich um den Versand für ihre Online-Kunden, schreibt Mails und verfasst Texte für ihren Newsletter, betreut die Facebookseite oder füllt das Sortiment auf. «Ich habe eine Workaholic-Tendenz», sagt Rosemarie Dütschler. Deshalb hat sie den Laden nur an zwei bis drei Vormittagen geöffnet. Den Rest der Woche ist sie für ihre zwei kleinen Kinder da. Dütschler hat Anglistik studiert und früher in der Medienbeobachtung und Unternehmenskommunikation gearbeitet. Obwohl sie die Tätigkeit als Hausfrau als sehr erfüllend empfindet, ist sie froh über die Möglichkeit, noch etwas anderes zu arbeiten. «So komme ich auch in Kontakt mit anderen Müttern», sagt sie.

Aber wer kauft heutzutage noch Stoffwindeln? Aus ihrer Erfahrung weiss Rosemarie Dütschler, dass sich grundsätzlich Eltern, die sich viele Gedanken über die Umwelt machen, für Stoffwindeln interessieren. «Es gibt verschiedene Aspekte, die für diese Wickelvariante sprechen», sagt sie. Zum einen sei da der ökologische Gedanke. «Ein Baby produziert etwa eine Tonne Windelmüll.» Stoffwindeln müsse man zwar waschen. Wenn man sie dann aber für ein zweites Kind wiederverwende, lohne es sich auf jeden Fall. Bis zu 40 Prozent umweltfreundlicher seien Stoffwindeln laut einer Studie der «British Environment Agency». «Zudem kommt man einige 100 Franken günstiger weg.»

Alternative Monatshygiene

Der dunkle Holzboden knarrt ein wenig, als Rosemarie Dütschler zu einem Regal mit alternativer Monatshygiene geht. «Das sind waschbare Binden und sogenannte Menstruationstassen», sagt sie und nimmt verschiedene Modelle hervor. Diese Produkte seien jedoch nicht ihr Schwerpunkt. «Das kommt nun erst so langsam. Es muss sich zuerst herumsprechen.»

Rosemarie Dütschler ist überzeugt, dass sich der – ihrer Meinung nach kleine – Mehraufwand lohnt, den Stoffwindeln wegen des Waschens bereiten. «Dafür muss man nie mehr Windelpakete schleppen.»

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