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Wer will schon Glas im Salat?

Littering ist nicht nur in Ballungsgebieten ein Problem. Auch auf dem Land verursacht das achtlose Wegwerfen von Abfällen Kopfschütteln. Für Tiere kann es sogar eine tödliche Gefahr sein, weiss Urs Schär, Vorstandsmitglied beim Verband Thurgauer Landwirtschaft.
Marco Zala
Urs Schär Vorstandsmitglied Verband Thurgauer Landwirtschaft (Bild: pd)

Urs Schär Vorstandsmitglied Verband Thurgauer Landwirtschaft (Bild: pd)

Aludosen, PET-Flaschen oder Plastiktüten – Urs Schär, Kommissionsvorsitzender «Viehwirtschaft» beim Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL), hat schon alles auf seinen Wiesen gefunden. «Ich bewirte anderthalb Kilometer Feld am Strassenrand, und es ist jedesmal schwer nachvollziehbar, wieso Leute ihren Müll nicht ordentlich entsorgen können», sagt Schär.

Kleine Stücke, grosse Probleme

Der liegengelassene Abfall stellt laut Schär eine Gefahr für das Vieh dar. Pflanzen und Maschinen seien indes weniger betroffen. Das Hauptproblem seien kleine Scherben oder Splitter im frischen Gras, da sie von den Tieren nicht gesehen werden. «Für die Kühe ist das so, als ob euch jemand Glas unter den Salat mischen würden», hat Schär einst geantwortet, als er beobachtete, wie Jugendliche Glasflaschen auf sein Feld geworfen haben. Ganze Dosen, Flaschen oder handgrosse Stücke würde das Vieh freilich nicht verspeisen. Allerdings gab es schon Fälle, bei welchen Kühe an Plastiksäcken erstickt seien.

Ein Beispiel kennt Schär vom eigenen Hof: Er musste einmal eine kranke Kuh schlachten, bei welcher der Tierarzt keine Krankheit konstatieren konnte. Im Nachhinein vermutet der SVP-Grossrat, dass sein Tier Opfer eines Glas- oder Aluminiumsplitters geworden ist. Nachweisen könne man das aber nicht.

Dass Littering im Thurgau seit 2008 mit einer Ordnungsbusse geahndet werden kann (siehe Kasten), begrüsst Schär. Dennoch: «Wann geschieht es schon, dass man direkt Zeuge wird, wie einer Abfall aus dem Autofenster wirft.» Das einzige, was gegen Littering helfe, sei Aufklärung im jungen Alter, davon ist er vollauf überzeugt. Es sei wichtig, dass die Thematik in der Schule eingehend behandelt werde. Eine Zunahme des Problems musste der Meisterlandwirt in den letzten Jahren glücklicherweise nicht feststellen.

Weiter appelliert Schär an die Verantwortung der Erziehungsberechtigten, ihre Sprösslinge früh genug dafür zu sensibilisieren und Vorbild zu sein. Nicht zuletzt bedeute Erziehungsberechtigung eben auch Erziehungspflicht. Aus seiner Erfahrung seien die Primarschüler am empfänglichsten. «Bei den Sekundar- und Berufsschülern herrscht ein gewisser Gruppendruck vor. Jeder will cool wirken», sagt Schär.

Aufräumtag mit Verband

Littering sei auch im Verband ein Thema. Im April unternahmen Schär und weitere Vertreter des VTL beispielsweise mit der 3. und 4. Klasse der Primarschule Altnau eine Aufräumaktion entlang von Feldwegen und Wiesen. «Wir sind alle überrascht worden, welch grosse Abfallmenge an einem Vormittag zusammenkommt. Entsprechend sieht es auch an den anderen Feldern im ganzen Kanton aus.»

Ferner beteilige sich der VTL an der Aktion «Dankeschön für saubere Felder» des Schweizer Bauernverbands, die nach wie vor läuft. Dort können Tafeln und Plakate bezogen werden, welche die Bevölkerung über potenzielle Schäden von Littering aufklären sollen.

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