Wer Kinder selbst betreut, spart Steuern

WEINFELDEN. Thurgauer Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen, werden in Zukunft steuerlich entlastet. Trotz des zu erwartenden Lochs in der Staatskasse hat der Grosse Rat hat am Mittwoch eine entprechende Motion mit 73 gegen 40 Stimmen angenommen.

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Die Motion verlangt einen Sozialabzug von mindestens 3000 Franken für Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen. Mit dem pauschalen Familienabzug sollen auch Eltern belohnt werden, die wegen den Kindern nicht oder weniger auswärts arbeiten.

Bereits heute können Eltern, die ihre Kinder fremdbetreuen lassen, einen Teil der Betreuungskosten abziehen.

«Wir wollen nicht die Eigenbetreuung gegen die Fremdbetreuung ausspielen», sagte Alex Frei (CVP) zur Motion «Einführung Familienabzug im Steuergesetz», die er zusammen mit Vertretern von EVP und SVP und Grünen eingereicht hatte. Dieser Vorwurf kam von der SP, welche die Motion deswegen ablehnte.

Wertschätzung
Es gehe um Gleichstellung und um die Wertschätzung der Eigenbetreuung, sagten die Befürworter. Eltern, die ihre Kinder betreuen, leisteten eine wertvolle Arbeit und helfen dem Staat zudem Kosten zu sparen. Die Eltern nähmen oft ein tieferes Einkommen und einen Karriere-Knick in Kauf. Diese Nachteile würden mit einer steuerlichen Entlastung ein wenig ausgeglichen.

Steuergeschenke
Es sei nicht der Zeitpunkt, Steuergeschenke zu verteilen, argumentierten die Gegner, zu denen die Regierung und die FDP gehörten. Im Thurgau drohten in den kommenden Jahren wegen der Euro-Krise hohe Einnahmeausfälle, sagte Finanzdirektor Bernhard Koch.

Die neuen Sozialabzüge, in deren Genuss rund 28'000 Familien kommen werden, führen zu Steuerausfällen von rund 12 Millionen Franken pro Jahr, sagte Koch. (sda)