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Wer hat die schönste Wiese im Land?

FRAUENFELD. 2000 Franken blühen dem Bauern mit der prächtigsten Blumenwiese bei der Thurgauer Wiesenmeisterschaft. Jäger, Naturschützer und Landwirte spannen bei dem Projekt zusammen, obwohl sie sich zuweilen nicht immer ganz grün sind.
Marc Engelhard

FRAUENFELD. Grüne Gräser, gelbe Rauken und purpurnes Knabenkraut werden dem Thurgau bald wieder einen neuen Anstrich verleihen und den langen, grauen Winter vergessen machen. Neben Spaziergängern und Tieren werden dann auch Juroren durch die Wiesen laufen und die schönste küren. Mehr als 3000 Franken können die Landwirte bei der «Thurgauer Wiesenmeisterschaft» gewinnen. Die Thurgauer Kantonalbank ist Hauptsponsor.

Hinter dem Projekt stecken Pro Natura, der Verband Thurgauer Landwirtschaft, der Thurgauer Vogelschutz und Jagd Thurgau. «Wir wollen damit Bauern wertschätzen, die sich bei ihren Wiesen engagieren», sagt Markus Bürgisser, Geschäftsführer von Pro Natura. Denn es gibt immer weniger Wiesen im Thurgau, obwohl diese enorm wichtig sind für Tiere wie den Feldhasen oder den Schmetterling. Hauptkriterium beim Wettbewerb sei die Biodiversität. Die Fachjury werde darauf schauen, wie viele Blumen- und Tierarten in den Wiesen vorkommen.

Im Thurgau ist sie ein Novum

Wiesenmeisterschaften hat es schon in anderen Kantonen gegeben, im Thurgau ist es das erste Mal. Die vier verantwortlichen Organisationen arbeiten in einer gemeinsamen Kommission, dort ist die Idee für den Event entstanden. Naturschützer, Jäger und Bauern haben zwar nicht immer das Heu auf der gleichen Bühne – etwa bei Themen wie Hasenjagd oder regionalen Naturparks. Aber genau dafür gebe es die Kommission. «Hier streitet man nicht über die Unterschiede, sondern hebt die gemeinsamen Anliegen hervor», sagt Bürgisser. Und das seit 1992. Auch Markus Hausammann vom Verband Thurgauer Landwirtschaft betont, dass die Kommission die Vereine einander näher bringt: Der ein- bis zweimalige Austausch im Jahr solle das gegenseitige Verständnis fördern.

Der Experte ist vorsichtig

Eine gute Sache sei die Wiesenmeisterschaft, sagt Johannes Burri. Er arbeitet bei Fenaco und gilt als Blumenwiesenspezialist. Der Wettbewerb mache die Öffentlichkeit darauf aufmerksam, wie wichtig Blumenwiesen seien. Und er sporne Landwirte bei ihren Bemühungen an, ihre Wiesen zu pflegen. Grundsätzlich ist Burri aber vorsichtig. Denn was eine schöne Wiese ist, sei sehr subjektiv. Brennnesseln seien für die einen Unkraut, für Schmetterlinge aber wichtig. «Deswegen ist es schwierig, durch den Thurgau zu laufen und zu sagen: Das ist der Wiesenkönig.» Solche Flächen müssen wertvoll sein, stabil und standortgerecht. An feuchten Orten brauche es Feuchtwiesen und Trockenwiesen an den trockenen. Sich nur auf die Artenvielfalt zu berufen, wäre zu einfach.

Wie können Bauern ihre Wiesen vor dem Wettbewerb auf Vordermann bringen? Gar nicht, sagt Burri. Hinter einer guten Wiese stecke jahrelange Arbeit, kurzfristig könne man da nichts machen. «Ausser den Experten bestechen.»

Bäuerinnen und Bauern können sich bis zum 3. Mai für die Wiesenmeisterschaft anmelden unter www.wiesenmeisterschaft.ch.

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