Wer das hier liest, ist selbst schuld

Angehörige der Polizei müssen gehörig untendurch auf der türkisfarbenen Wand beim Cinema Luna hinter dem Frauenfelder Bahnhof. Die Baustellenabschrankung fungiert seit einigen Wochen als Social Media.

Drucken
Teilen
Meinungsäusserung auf der Baustellenwand hinter dem Bahnhof. (Bild: Stefan Hilzinger)

Meinungsäusserung auf der Baustellenwand hinter dem Bahnhof. (Bild: Stefan Hilzinger)

Angehörige der Polizei müssen gehörig untendurch auf der türkisfarbenen Wand beim Cinema Luna hinter dem Frauenfelder Bahnhof. Die Baustellenabschrankung fungiert seit einigen Wochen als Social Media. Die meist mit Filzschreiber notierten oder gezeichneten Posts sind eindeutig, wenn auch nicht immer ganz plausibel. «Bullen sind gay und reiten Einhörner», heisst es da etwa, oder auch «IHR WURDET BULLEN WEIL IHR ZU FEIGE WART VERBRECHER ZU WERDEN». «Kiffen ist gesünder als Ziggis zu rauchen ihr Spasstis!», wird behauptet.

Sind wir alle Dinosaurier?

Hoch philosophisch und englisch ist zu lesen: «Evolution is Suicide because you realize that life is stupid und pointless.» Eine These, die aufhorchen lässt. Steuert die Menschheit der Selbstauslöschung entgegen? Geht es uns nicht besser als Dinosauriern und Säbelzahntigern? Machen wir Menschen uns überflüssig? Ist das Leben wirklich sinn- und zwecklos?

Erkenntnisse statt Botschaften

Das Skizzenbuch mit Kiffer-Weisheiten auf der Baustellenwand stellt im Grund eine Sachbeschädigung dar und ist strafbar. Die einst pinke Wand hat die Bauherrschaft durch die nun türkisfarbene ersetzt, die offensichtlich inspiriert. Doch wo gibt es in der Plakatwand-Öffentlichkeit Gelegenheit, über Erkenntnisse zu sinnieren statt über Werbebotschaften? (hil)

Aktuelle Nachrichten