Wer Brot sät, wird Enten ernten

FRAUENFELD. Stockenten nehmen das Murgufer in Frauenfeld ein. Sie weilen schon seit einiger Zeit zwischen dem Lindenpark und dem Werkhof. Ungemach wegen der Enten hat die Bevölkerung aber nicht zu befürchten.

Luisa Aeberhard
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Stockenten machen sich zurzeit neben der Murg breit. (Bild: Luisa Aeberhard)

Stockenten machen sich zurzeit neben der Murg breit. (Bild: Luisa Aeberhard)

Muss Frauenfeld wegen der Enten an der Murg eine Plage fürchten? Sie schwimmen auf der Murg, watscheln zum Ufer, schütteln ihr nasses Gefieder und sitzen im Gras. Aufgeplustert, so dass ihre orangen Füsse mit den Schwimmhäuten nicht zu sehen sind, weilen sie auf der Wiese.

Seit einiger Zeit ist neben der Velo- und Fussgängerbrücke an der Murg, zwischen dem Lindenpark und dem städtischem Werkhof, eine Schar von Stockenten zu beobachten. Vor gut einem Jahr waren es die vielen Schwäne, unter anderem am Untersee, die dem Thurgau zu schaffen machten. So hatte etwa Ermatingen mit einer Invasion von über hundert Schwänen, die zur Familie der Entenvögel gehören, zu kämpfen. Die Entenvögel umfassen nebst Schwänen auch Enten und Gänse.

Kommen gut durch den Winter

«Nein, von einer Plage würde ich nicht sprechen», sagt Reinhold Müller, Reservatsaufseher der Grossen Allmend Frauenfeld. Als sozialer Mensch habe man immer wieder das Gefühl, dass man die Vögel füttern muss, sagt Müller. Die Stockenten, die an der Murg weilen, kommen aber gut selber durch den Winter. Mit Hilfe der Schnabellamellen suchen sie im Bodenschlamm nach Nahrung. Auf ihrem Speiseplan stehen nebst Pflanzen etwa Larven, Würmer und Schnecken. Trockenes und steinhartes Futter, das sie von Passanten bekommen, sei nicht geeignet. «Die Brocken können in der Speiseröhre stecken bleiben, was zu Verletzungen führt», sagt Müller.

Enten zahmgefüttert

Wenn Enten über lange Zeit gefüttert werden, gewöhnen sie sich daran und werden zahm. Als ein Passant von der Brücke Brotstücke ins Wasser wirft, kommen die Enten angeschwommen und stürzen sich auf die Leckerbissen. Wer an der Murg Brot sät, wird also Enten ernten.