Wenn plötzlich viel mehr Leute im Stadion sind

ST. GALLEN. Viele Fussballfans haben sich am Samstag beim Spiel FC St. Gallen – Young Boys Bern verwundert die Augen gerieben. Grund war nicht das Geschehen auf dem Rasen, sondern die Zahl 13 157. So viele Leute waren laut Stadionspeaker in der AFG Arena.

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ST. GALLEN. Viele Fussballfans haben sich am Samstag beim Spiel FC St. Gallen – Young Boys Bern verwundert die Augen gerieben. Grund war nicht das Geschehen auf dem Rasen, sondern die Zahl 13 157. So viele Leute waren laut Stadionspeaker in der AFG Arena. Geschätzt hätten die meisten Besucher die Zahl aber eher auf zwischen 10 000 und 11 000.

Saisonkarten zählen immer

Eine offizielle Richtlinie für die Berechnung der Zuschauerzahlen gibt es bei der Swiss Football League (SFL) nicht. SFL-Mediensprecher Philippe Guggisberg: «Die Clubs wurden von Seiten der Liga auf diese Saison hin gebeten, alle Saisonkartenbesitzer plus die verkauften Tickets als offizielle Zuschauerzahl anzugeben. Ob diese Besucher dann tatsächlich im Stadion sind, wird nicht ausgewiesen.»

Die Liga setzt bei den Zahlen auf Vertrauen. Kontrollen gibt es keine. «Es wäre viel zu aufwendig. Aber wir beobachten die Situation sehr genau», sagt Guggisberg. Stichproben hat es bisher noch nie gegeben.

Der FC St. Gallen hat rund 9500 Saisonkartenbesitzer, die immer gezählt werden. Laut Daniel Last, Mediensprecher des FC St. Gallen, sind dies sehr treue Besucher: «Der Unterschied zwischen den offiziellen Zahlen, also inklusive abwesender Saisonkartenbesitzer, und unseren effektiven Besucherzahlen ist gering.» Am Samstag waren nach interner Zählung des FCSG rund 10 500 Zuschauer im Stadion.

Es geht um Millionen

Mit den Zuschauerzahlen steht bei den Clubs viel Geld auf dem Spiel. 13,5 Millionen Franken werden aus den TV- und Marketing-Einnahmen auf die Clubs verteilt. Nebst der Sockelprämie (7 Millionen Franken) und der Ranglistenplazierung (3 Millionen Franken) bekommen die Vereine eine «Entschädigung nach Werbewertigkeit» von 3,5 Millionen Franken. Wie hoch diese genau für die einzelnen Clubs ausfällt, verrät Guggisberg nicht: «Das ändert sich ja auch jedes Jahr wieder.» Die Faktoren für die Berechnung sind die Zuschauerzahl im Stadion und die TV-Einschaltquote.

Auch indirekt profitieren die Fussballclubs von hohen Zuschauerzahlen. Den Sponsoren kann für mehr Geld mehr Reichweite angeboten werden. Und nicht zuletzt ist es eine Frage des Prestiges: Wie gross ist der Rückhalt in der Bevölkerung? So kann Druck auf die öffentliche Hand ausgeübt werden. (rr)