Wenn es gar nicht anders geht, dann gibt es halt einen Gutschein

FRAUENFELD. Zu Weihnachten schenkt man seinen Liebsten nichts, das nach Arbeit riecht, und nach Möglichkeit auch keine Gutscheine. Dies sagen Frauenfelder Ladenbesitzer.

Stefan Hilzinger
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Weihnachtsglanz bestimmt die Szenerie der Geschäfte. (Bild: Stefan Beusch)

Weihnachtsglanz bestimmt die Szenerie der Geschäfte. (Bild: Stefan Beusch)

Der Dienstagmorgen ist ein guter Zeitpunkt, um in Frauenfeld ruhig und entspannt einzukaufen. Die Geschäfte sind nicht übermässig frequentiert, und das Personal hat Zeit für Beratung. «Zu Weihnachten würde ich nie etwas schenken, das nach Arbeit aussieht», sagt Anita Müller, Ladenchefin beim Haushaltapparate-Geschäft Habersaat, mit Nachdruck.

Also keine Staubsauger und keine Küchenmaschinen. Dafür eher einen Massagestab für den Rücken oder einen batteriebetriebenen Milchschäumer für Latte Macchiato. Oder wenn's etwas teurer sein darf: eine Kaffeemaschine oder ein Fernsehgerät neuester Generation. «Der Renner sind in diesem Jahr aber die kleinen digitalen Radio-Geräte, mit oder ohne Docking-Station für den i-Pad», sagt Müller.

Gut Schweizerisches

Elektrischer Natur sind auch die Bestseller beim Haushaltwarengeschäft Steiner: «Wenn zwei zusammenziehen, gehören Raclette-Ofen und Fondue-Rechaud zur Grundausstattung», sagt Geschäftsführerin Elisabeth Steiner. Nebst gut Schweizerischem seien in diesem Jahr auch Whisky-Gläser gefragte Artikel, hat Steiner festgestellt. Die Palette reicht vom klassischen Tumbler bis zum Kelchglas.

Gefahrlose Kerzen

Ein Haus weiter, im Finnshop, dominieren Kerzen und Glaswaren aus Hergiswil die weihnachtliche Szenerie. «Die Engel der Serie <Luna> sind sehr gefragt», sagt Manuela Würth, stellvertretende Filialleiterin. Begehrt seien auch Kerzen mit LED-Flamme. «Der weisse Körper ist aus Wachs. Sie sehen wie echt aus, lassen sich programmieren – und sie sind völlig gefahrlos.»

Mützen und Handschuhe

Weiss ist auch das Thema von Sandro Krawinkler von Intersport an der Thundorferstrasse. «Der Schnee hat sich in einem dummen Moment verabschiedet», sagt er zum aktuellen Wintergeschäft. Skier und Ausrüstungen für den Wintersport kaufe man in der Regel für einen selbst und verschenke sie eher weniger, sagt Krawinkler. Dennoch komme es vor, dass jemand beispielsweise für seinen Enkel oder das Gottenkind Handschuhe oder eine Mütze kaufe. Ein anderes Thema zu Weihnachten seien Gutscheine, etwa für einen Tauchkurs, oder die Taucheruhr, die es derzeit zu Sonderkonditionen gebe.

Jacken von «Rundholz»

Gutscheine sind zu Weihnachten zwar eher verpönt, doch oftmals die letzte Instanz, wenn gar nichts mehr geht, so die einhellige Meinung der besuchten Ladengeschäfte. «Wenn jemand in letzter Minute ein Geschenk sucht, empfehlen wir Accessoires wie Foulards oder Handtaschen», sagt Manuela Hamecher, Leiterin der Filiale des Modegeschäfts «de vill» beim Schlosspark (siehe auch Kasten). «Kleider kaufen die Leute ohnehin meist besser für sich selbst.» Besonders gefragt seien in dieser Saison die Jacken des Labels «Rundholz».

Von Matts Gotthard-Kalb

«Bücher gehen immer als Geschenk», sagt Buchhändlerin Marianne Sax. Um ihren Kunden die Auswahl zu erleichtern, empfiehlt das Personal der Buchhandlung seine Favoriten auf einem prominent plazierten Tisch: Der Bildband über das kulinarische Erbe der Alpen, Peter von Matts «Das Kalb vor der Gotthardpost», oder etwa die neusten Werke von Juli Zeh und Jakob Arjouni.

Im Übrigen beschenken sich zu Weihnachten nicht nur natürliche Personen: «Nicht unwesentlich für uns sind die Schulgemeinden, die auf Ende Jahr noch Ankäufe für ihre Bibliotheken tätigen», sagt Marianne Sax.

Bücher werden an Weihnachten noch immer gern geschenkt. Buchhändlerin Marianne Sax im Gespräch mit einer Kundin. (Bilder: Stefan Beusch)

Bücher werden an Weihnachten noch immer gern geschenkt. Buchhändlerin Marianne Sax im Gespräch mit einer Kundin. (Bilder: Stefan Beusch)

Die Qual der Wahl am hell erleuchteten Schaufenster. (Bild: Stefan Beusch)

Die Qual der Wahl am hell erleuchteten Schaufenster. (Bild: Stefan Beusch)

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