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Wenigstens ein Chaos

Südsicht
Olaf Kühne

Wie hätten wir das auch nur ahnen können? Seit Jahren erhalten wir aus der nationalen Ecke allerlei Schauerliches über ein vermeintliches Asylchaos aufgetischt. Und nun das: Die Gemeinde Wilen sucht händeringend Flüchtlinge, um ihre Asylunterkunft wenigstens kostendeckend – von rentabel wollen wir nicht reden – betreiben zu können. Doch keine andere Gemeinde will ihre Asylsuchenden abtreten.

War dieses Chaos am Ende gar nur ein Mythos? Aus solch berufenem und selbstverständlich völlig uneigennützigem Munde? Kaum zu glauben. Auf nichts ist mehr Verlass. Nicht mal mehr auf Facebook und den Stammtisch. Müssen wir nun tatsächlich wieder anfangen, selber zu denken? Lieber nicht! Wenden wir uns ab von Krieg, Elend und Unterdrückung – hin zu Erfreulichem: Am Freitag ist Oktoberfest in Oberwangen.

Zwar auch so ein fremdländisches Zeugs. Dank reichlich Promille indes ein verlässliches Bollwerk gegen die Islamisierung. Und im Gegensatz zur Wilener Flüchtlingsunterkunft ausverkauft. Während also Wilen «Refugees welcome» sagt, sagen wir: Willkommen, Miss Oktoberfest Tannzapfenland! Um das Chaos – irgendwo muss es ja eines geben – im Kopf der Oktoberfestbesucher am Samstagmorgen hüllen wir derweil den Mantel des Schweigens.

Olaf Kühne

olaf.kuehne

@thurgauerzeitung.ch

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