Weniger Senioren beantragen Finanzhilfe

ST. GALLEN. Ob ein Hörgerät oder eine Sehhilfe: Senioren, die sich eine solche Anschaffung nicht leisten können, aber darauf angewiesen sind, können sich bei Pro Senectute St. Gallen melden und finanzielle Unterstützung beantragen. 427mal ist davon im vergangenen Jahr Gebrauch gemacht worden.

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ST. GALLEN. Ob ein Hörgerät oder eine Sehhilfe: Senioren, die sich eine solche Anschaffung nicht leisten können, aber darauf angewiesen sind, können sich bei Pro Senectute St. Gallen melden und finanzielle Unterstützung beantragen. 427mal ist davon im vergangenen Jahr Gebrauch gemacht worden. Die Anzahl der Gesuche hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert.

Bedürftig ab 10 000 Franken

«Ein Grund für diese Abnahme sind strengere Auflagen», sagt Thomas Diener, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Pro Senectute St. Gallen. So hat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) vor einem Jahr in einem Kreisschreiben die Richtlinien deutlich verschärft. Bisher wurden Senioren als bedürftig eingestuft, wenn ihr Vermögen nicht mehr als 20 000 Franken betrug. Diener: «Dieser Betrag ist halbiert worden, nur wessen Vermögen 10 000 Franken nicht übersteigt, hat noch einen Anspruch auf Nothilfe.» Zudem sei «die aktuelle Generation älterer Menschen heute finanziell viel besser gestellt, als es noch bis vor kurzem der Fall war». Immer mehr Pensionäre würden höhere Renten beziehen.

Stiftungen und Spendengelder

Der Rückgang der Gesuche wirkt sich direkt auf die Bundesbeiträge für die individuelle Finanzhilfe aus, die Pro Senectute St. Gallen jährlich erhält. Um knapp 100 000 Franken ist der Beitrag im vergangenen Jahr zurückgegangen, wie der Jahresbericht aufzeigt. Der Bund stellt schweizweit pro Jahr maximal 16,5 Millionen Franken bereit. Reicht das nicht, greift Pro Senectute auf Mittel aus Stiftungen und auf Spendengelder zurück.

Der Bekanntheitsgrad von Pro Senectute nimmt jedoch nicht ab. Im Bereich Beratung wie etwa in der Rentenverwaltung seien laut Diener «immer mehr Personen auf unsere Hilfe angewiesen». Auch der Steuererklärungsdienst werde rege beansprucht, da viele Senioren den Überblick über ihre finanzielle Situation verlören. (nar)