Weniger Betriebe, mehr Milch

Die Thurgauer Genossenschaft für landwirtschaftliche Investitionskredite und Betriebshilfe hat 63 Gesuche bewilligt. Die Kredite betragen 12,3 Mio. Franken.

Mario Tosato
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UESSLINGEN. «Die Thurgauer Genossenschaft für landwirtschaftliche Investitionskredite und Betriebshilfe (Glib) hat 2015 rund 12,2 Millionen Franken neue Investitionskredite bewilligt, was fast 4 Millionen Franken weniger als 2014 sind», stellt Markus Gubler, Präsident der Glib, fest. Im Berichtsjahr wurden nur zwei Projekte mit Investitionen in neue Milchviehställe unterstützt, damit erreichte die Investitionstätigkeit im Milch-Bereich einen absoluten Tiefstand. Die ungewissen Perspektiven im Milchmarkt widerspiegeln den markanten Rückgang.

Noch 21 700 Milchproduzenten

Wie Gubler erklärte, wurde die Zahl der Milchwirtschaftsbetriebe schweizweit halbiert. Im Jahr 1991 lieferten rund 50 000 Betriebe im Durchschnitt knapp 60 000 Kilogramm Milch. Laut Statistik produzieren heute noch 21 700 Betriebe Milch. Obwohl es immer weniger Milchproduzenten gebe erreichte die Milchproduktion 2014 einen Höchststand, welche 2015 nur leicht reduziert wurde. Gubler stellt fest, dass der Milchmarkt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Emmi zahle zurzeit für weniger Milcheinlieferungen – also für die Drosselung der Milchproduktion – 10 Rappen je Kilo für nicht abgelieferte Milch.

63 Gesuche wurden bewilligt

Laut Glib-Geschäftsführer Werner Aus der Au wurde von den 97 vorhandenen und eingegangenen Gesuchen deren 64 (Vorjahr 73) dem Verwaltungsrat in Form eines Antrags vorgelegt. Von den eingereichten Gesuchen wurden 63 bewilligt. Die neu gewährten Investitionskredite betragen (ohne Verrechnungen von laufenden Darlehen) 12,3 Millionen Franken (Vorjahr 16,1 Franken). Dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) wurden 13 Gesuche für Investitionskredite (Vorjahr 25) unterbreitet. Dabei handelte es sich ausschliesslich um Investitionskredite und nicht um kombinierte Gesuche mit Bundesbeiträgen im Berggebiet.

40 Starthilfegesuche bewilligt

Nach Aus der Aus Aussagen ist der Gesuchseingang bei den Starthilfen markant höher als in den letzten zehn Jahren, wo im Schnitt 26 bewilligt wurden. 31 Junglandwirte konnten als Eigentümer, 4 als Pächter und 5 über eine Generationengemeinschaft in die Landwirtschaft einsteigen. Die Anzahl der diesjährigen Starthilfen sei erfreulich und zeige, dass auch im schwierigen agrarpolitischen Umfeld junge Landwirte mit Fähigkeitsausweis oder einem höheren Abschluss bereit sind, selbst einen Betrieb zu führen.

Zahlungsmoral insgesamt gut

«Die Zahlungsmoral unserer aktuell 940 Kreditnehmer war insgesamt gut. Bei einigen Betrieben ist die Liquidität sehr angespannt», stellt Aus der Au fest. Dies sei zum Teil durch erlittene Ertragseinbussen durch Trockenheit nicht verwunderlich. Bei der 2014 eingeführten Agrarpolitik 14–17 und aus dem damit verbundenen Transfer von Direktzahlungen vom Tal- ins Berggebiet entstanden zudem für viele Landwirte zusätzliche Einkommensverluste.

Die unverzinslichen Darlehen betrugen im vergangenen Jahr 117,5 Millionen Franken (2014: 122,5 Millionen Franken).

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