Wenig Schnee und viele Besucher

FRAUENFELD. Am Freitag Sturm, am Samstag kalt und trocken, am Sonntag Schneeflocken und Sonne. Neben wechselhaftem Wetter wartete der 13. Weihnachtsmarkt in der Frauenfelder Innenstadt mit einem vielfältigen Angebot an den Ständen auf.

Evi Biedermann
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Vielfalt an den Ständen und ein reizvolles Rahmenprogramm: Weihnachtliches Handwerk am Markt interessierte die einen, die Fahrt mit dem Karussell die anderen. (Bilder: Nana do Carmo)

Vielfalt an den Ständen und ein reizvolles Rahmenprogramm: Weihnachtliches Handwerk am Markt interessierte die einen, die Fahrt mit dem Karussell die anderen. (Bilder: Nana do Carmo)

Der 13. Weihnachtsmarkt hatte sich unheilvoll angekündigt, endete aber nicht im Unglück, wie es der Aberglaube prophezeit. Im Gegenteil: Nach dem stürmischen und nassen Auftakt am Freitag, der sowohl die Marktfahrer wie auch das Publikum aus den Gassen vertrieb, lockten die beiden kalten Folgetage die Menschen zurück in den vorweihnachtlichen Zauber.

Einem flüssigen Strom gleich bewegten sie sich zwischen Alt- und Vorstadt, da und dort kam es sogar zu kurzen Staus. Den Standbetreibern sass am Samstag noch der Wetterschreck des Vortages im Nacken. «Ich zitterte um meine schönen Glaskugeln», berichtete eine Frau. Eine andere erzählte, ihr seien zwei Plastikkübel entgegen geflogen. Wie häufig, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, brachte der Marktabbruch vom Freitag die Menschen ins Gespräch.

Viel Selbstgemachtes

Der Markt selber präsentierte sich in einer überraschenden Vielfalt. Auffallend war, wie viel Selbstgemachtes es zu entdecken gab. Krippenfiguren aus Holz, Stoff und Keramik, Schmuck aus Glasperlen und Edelsteinen, Glühwein und Punsch mit wunderbar riechenden Gewürzen, Socken, Schäle, Pulswärmer und vieles mehr wurde feilgeboten. Auch die Frauenfelder Fachgeschäfte warteten zum Teil mit überraschenden Marktständen auf.

Richtig weihnachtlich wurde es aber erst beim Eindunkeln, als die Marktbesucher am Samstag die Altstadt in ein Lichtermeer verwandelten. Über 1300 Kerzenlichter leuchteten zwischen dem Sämanns- und dem Meitli-Brunnen. Zusammen mit den Sternen der Weihnachtsbeleuchtung und den unzähligen Lämpchen an den Ständen ergab das eine zauberhafte Stimmung. Das warme Licht liess einen sogar für einen Moment die Kälte vergessen, die sich vor allem an Händen und Füssen bemerkbar machte.

Von Indien nach Frauenfeld

Die Standbetreiber kamen zum Teil von weit her. «Ich komme direkt von Indien», erzählte eine Frau lachend. Die nach Südasien ausgewanderte, gebürtige Adelbodnerin verkaufte selbstgefertigte Textilien für ein Hilfswerk und kommt dafür jedes Jahr für einen Monat in die Schweiz. In der Ostschweiz seien die Menschen kauffreudig, stellte sie fest. Anders als im Bern- oder Baselbiet, wo gezögert oder geknausert werde.

Für die meisten Marktfahrer hielt sich indes die Kauffreude der Besucher am Samstag in Grenzen. «Die Leute sind zwar da, aber sie schauen nur», war mehrmals zu hören. Der Frauenfelder Weihnachtsmarkt sei eben attraktiv, meinte eine Frau zwischen Schälen und Wollmützen. «Die Leute kommen nicht nur, um etwas zu kaufen, sondern auch wegen des reizvollen Rahmenprogramms.»

Frauenfeld TG - Weihnachtsmarkt in Frauenfeld am Sonntag. Nana do Carmo / TZ 18.12.2011

Frauenfeld TG - Weihnachtsmarkt in Frauenfeld am Sonntag. Nana do Carmo / TZ 18.12.2011