Wenig Befall von Feuerbrand

Zum ersten Mal kam im Mai das Pflanzenschutzmittel LMA gegen Feuerbrand zum Einsatz. Der Kanton hat aber auch Streptomycin freigegeben.

Michèle Vaterlaus
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Edwin Huber sucht nach Spuren von Feuerbrand. (Bild: Reto Martin)

Edwin Huber sucht nach Spuren von Feuerbrand. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. «Von meinen zwanzigtausend Obstbäumen habe ich nur bei dreien Spuren von Feuerbrand gefunden», sagt Edwin Huber, Präsident des Thurgauer Obstbauernverbandes, erfreut. Zum ersten Mal haben die Obstbauern dieses Jahr das Pflanzenschutzmittel LMA (Kaliumaluminiumsulfat) eingesetzt. Es ist ein alternatives Mittel zu Streptomycin, das insbesondere im Jahr 2007 eine grosse Menge Honig verunreinigt hatte. Auf das Antibiotikum darf deshalb nur noch einmal im Jahr zurückgegriffen werden. Huber ist bis jetzt mit LMA zufrieden. «Es ist zwar schwer zu sagen, ob es wirklich gegen Feuerbrand gewirkt hat», sagt er. Denn das Infektionsrisiko war dieses Jahr nicht sehr hoch. «Aber immerhin vertragen die Obstbäume das Mittel gut.» Feuerbrandexperte Urs Müller stimmt Edwin Huber zu. «Insgesamt gab es dieses Jahr nicht viel Befall.» Die genauen Ergebnisse über die Wirkung von LMA liegen aber noch nicht vor. «Wir werten derzeit noch eine Umfrage bei den Obstbauern aus.» Die Wirkung von LMA zu beurteilen sei aber auch schwierig, weil es gegen Ende Blustphase einige Infektionstage gegeben habe. «Wir haben deshalb am 10. Mai Streptomycin freigegeben», sagt Müller. Er ist dennoch froh, dass die Thurgauer Obstbauern erste Erfahrungen mit LMA gesammelt haben. «So können sie Vertrauen zu dem Mittel schöpfen.» Denn was man sicher wisse sei, dass LMA 15 bis 20 Prozent weniger wirksam sei als Streptomycin.