Welsche Autoren treffen Thurgauer Schüler

«Roman des Romands» heisst ein Literaturwettbewerb, der zeitgenössische Werke aus der Romandie vor allem dem jungen Publikum näherbringen soll. Auch die Kantonsschule Romanshorn beteiligt sich.

Kurt Peter
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Die Frühfranzösisch-Diskussion hat dem Thurgau den Stempel aufgedrückt. Dabei hat die französische Sprache auch an den hiesigen Schulen einen hohen Stellenwert. An der Kantonsschule Romanshorn läuft derzeit wieder ein Projekt, mit dem sich die Klasse 3Mz beschäftigt. «Roman des Romands» heisst ein Westschweizer Literaturpreis, an dem sich Autoren mit ihren Neuerscheinungen beteiligen. «Das Ziel ist es, zeitgenössische welsche Literatur zu vermitteln und vor allem einem jungen Publikum näherzubringen», erklärt Lehrerin Enza Gervasi.

Die Jury besteht aus Schülern und Schülerinnen der Sekundarstufe II der ganzen Schweiz. Die Kantonsschule Romanshorn nimmt dieses Jahr bereits das dritte Mal teil. Insgesamt beteiligen sich 21 Klassen, nur fünf davon sind nicht französischer Muttersprache. Dieses Jahr hat Enza Gervasi entschieden, dass jeder Schüler und jede Schülerin drei Bücher liest: zwei in der ganzen Klasse und eines in Gruppen.

Hohes Sprachniveau hat überrascht

Schulen in der deutsch- und italienischsprechenden Schweiz müssen nicht alle vom Komitee ausgesuchten Werke diskutieren und bewerten. «Wir haben besondere Bestimmungen: statt der sechs Bücher müssen wir nur mindestens zwei lesen», sagt die Lehrerin. Besonders spannend mache die Lektüre vor allem, dass auch die Autoren in die Klasse kämen. «Das gibt immer wieder spannende Diskussionen», sagt Enza Gervasi.

Es sei eine Auseinandersetzung mit dem Autor und seinem Werk, eine gemeinsame Interpretation und natürlich auch tiefere Gespräche über die im Buch aufgeworfenen Fragen, Geschichten und Aussagen. Enza Gervasi blickt auf die Lesung vom 24. Oktober zurück: «Das sind nicht nur für die Jugendlichen gute Erfahrungen, Autorin Marie-Jeanne Urech beispielsweise war erstaunt über das hohe Sprachniveau in der Klasse und die detaillierte Auseinandersetzung mit ihrem Buch.»

Besuch am 14. Dezember

Zwei Klassenvertreter nehmen jeweils an den Delegiertentreffen teil, an denen die besten Neuerscheinungen diskutiert werden. Das erste Treffen fand am 9. November statt, am 16. Januar folgt das nächste mit der Abstimmung über die Bücher, die die ersten drei Ränge belegen. «Diese Namen werden dann auch bekanntgegeben.» Am 23. Januar wird der Gewinner des ersten, mit 15 000 Franken dotierten Preises bekanntgegeben. Und noch einmal wird die Klasse dieses Jahr Besuch bekommen: Der Schriftsteller Daniel Maggetti diskutiert am 14. Dezember mit den Jugendlichen sein Werk «La veuve à l'enfant».