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WEINFELDEN: Vergewaltiger soll über elf Jahre ins Gefängnis

Ein 36-jähriger Mann steht seit Mittwoch wegen Vergewaltigung, Diebstählen, Betrügereien und zahlreicher weiterer Delikte vor dem Bezirksgericht Weinfelden. Der Staatsanwalt verlangt für den vorbestraften Kurden eine Freiheitsstrafe von elf Jahren und neun Monaten.
Der Prozess findet im Bezirksgericht in Weinfelden statt. (Bild: Mario Testa)

Der Prozess findet im Bezirksgericht in Weinfelden statt. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Die mehrtägige Verhandlung findet auf Antrag eines Opfers unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Urteilseröffnung ist Anfang Dezember vorgesehen.

Dem vorbestraften Mann wird vorgeworfen, zwischen April und Oktober 2009 mehrmals eine damals 19-jährige Frau vergewaltigt zu haben. Weil der Beschuldigte mit Hepatitis infiziert war, riskierte er dabei, die junge Frau mit der schweren Krankheit anzustecken. Das Opfer war von der Gerichtsverhandlung dispensiert worden.

Der Angeklagte wurde zu Beginn der Gerichtsverhandlung nicht zum schwersten Delikt befragt, das ihm vorgeworfen wird. Auch auf einen andern Vorwurf ging die Richterin nicht ein. Laut Anklageschrift hat der Beschuldigte Ende 2009 eine 30-jährige Frau mit dem Tod bedroht, als diese die Beziehung beenden wollte.

Insgesamt werden dem vorbestraften Mann, der bereits mehrere Jahre im Gefängnis sass, 30 Delikte zur Last gelegt. In zehn Aktenordnern sind neben der Vergewaltigung und Drohung zahlreiche Fälle von Einschleich-Diebstählen, Betrügereien mit gestohlenen Bankkarten und gemieteten Autos, Betäubungsmittel- und Strassenverkehrsdelikten und illegalem Waffenbesitz dokumentiert.

Verhaftungen und Flucht
Die Straftaten soll der Angeklagte zwischen 2009 und 2013 in verschiedenen Kantonen begangenen haben. Während dieser Zeit wurde er mehrmals verhaftet und wieder entlassen. Einmal flüchtete der Mann aus der Untersuchungshaft. Seit Anfang 2014 sitzt er im vorzeitigen Strafvollzug.

Die Staatsanwaltschaft verlangt wegen mehrfacher Vergewaltigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, mehrfachen gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfachen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, Veruntreuung, Drohungen und wegen weiterer Delikte eine Freiheitsstrafe von elf Jahren und neun Monaten. Diese soll als Zusatzstrafe zu zwei mehrmonatigen Freiheitsstrafen aus den Kantonen Zürich und Tessin aus den Jahren 2011 und 2013 gefällt werden.

Angeklagter bestreitet Taten
Der 36-Jährige, der wegen eines Autounfalls und eines Sturzes aus einem Fenster gehbehindert ist, stellte sich während der mehrstündigen Befragung als Opfer der Polizei und der Strafvollzugbehörden dar. Die meisten Taten bestritt er oder verweigerte die Aussagen dazu.

Zwar fand die Polizei beim Angeklagten immer wieder Diebesgut und stellte an einem Tatort seine DNA sicher, trotzdem bestritt er die Diebstähle. Die Uhren und den Schmuck habe er auf Flohmärkten und von Hehlern gekauft oder von Freunden bekommen. «Ich bin ein Händler und Schnäppchenjäger», sagte er. Die Waffe habe ein Kollege bei ihm deponiert.

Der Angeklagte gab zwar zu, dass er Auto gefahren sei, ohne je den Führerschein gemacht zu haben. Daran seien aber die Behörden Schuld. Diese hätten ihm trotz mehrerer Anträge nie einen Lernfahrausweis ausgestellt. «Als Händler war ich aber auf ein Auto angewiesen», sagte der Beschuldigte.

Ausschaffung
Der gebürtige kurdische Türke lebt seit seinem siebten Lebensjahr in der Schweiz. Er brach eine Lehre und eine weitere Ausbildung ab. Weil er auf die türkische Staatsbürgerschaft verzichte, sei er staatenlos, sagte der Angeklagte. Die Migrationsbehörde habe zwar seine Ausschaffung verfügt, es sei jedoch unklar, ob diese vollzogen werden könne, weil in seiner kurdischen Heimat Krieg herrsche. (sda)

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