WEINFELDEN: Vereint gegen Zwangsfusionen

Katholische Thurgauer Kirchgemeinden organisieren sich in einem Verein. Dieser will Zwangsfusionen verhindern.

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Verschiedene katholische Kirchgemeinden des Kantons Thurgau haben am 28. April in Weinfelden an einer Gründungsversammlung die Vereinigung Katholischer Kirchgemeinden des Kantons Thurgau als Interessenverband gegründet. Wie das Pendant im Kanton St. Gallen, das schon über 40 Jahre existiert, soll die Vereinigung als Bindeglied zu Bistum und Landeskirche und dem Meinungs- und Erfahrungsaustausch unter den Kirchgemeinden dienen.

Die Gründungsversammlung wählte den Arboner Kirchen­präsidenten Dominik Diezi zum ersten Vereinspräsidenten und Richard Bilgeri aus Romanshorn und Annakathrin Frick-Gall aus Ottoberg in den ersten Vorstand. Der Vorstand wird sich nun als Erstes dem Aufbau der Vereinsstrukturen widmen.

19 von 44 sind bisher beigetreten

Bislang sind 19 der 44 katho­lischen Kirchgemeinden beigetreten, darunter die grossen KG Arbon, Amriswil, Romanshorn, Weinfelden, Kreuzlingen, Aadorf und Sirnach. Teilweise muss der durch das Präsidium erklärte ­Beitritt als reine Formsache durch die Behörde noch bestätigt werden, wie der neu gewählte Präsident mitteilt. Von sieben Kirchgemeinden sei ein klares Nein ­gekommen, darunter auch Frauen­feld Plus.

Als Erstes verabschiedete die Vereinigung eine Vernehmlassung zum Revisionsvorhaben des Kirchenorganisationsgesetzes von 1968. Die Vereinigung begrüsst die Reform, welche verschiedene Revisionsanliegen der Kirchgemeinden aufgreift. Bemängelt wird allerdings eine gewisse Tendenz zu Zentralismus und Paternalismus. So lehnen die Kirchgemeinden Eingriffe in ihre Organisationsautonomie und insbesondere die Möglichkeit, Zwangsfusionen anzuordnen, einhellig ab. Die Landeskirche soll sich auf überregionale Auf­gaben konzentrieren und auf solche, die von den Kirchgemeinden nicht selbst wahrgenommen werden können.

Die vorgeschlagene Verkleinerung der Synode auf 60 Mitglieder läuft zudem dem Ziel einer möglichst breiten Vertretung der Bevölkerung zuwider. Bei den Volksrechten «bleiben die neuen Bestimmungen leider auf dem Stand von 1968 stehen», teilt der neu gewählte Präsident Dominik Diezi mit. Das neue Ausländerwahlrecht schliesslich bringt nach Ansicht der Kirch­gemeinden für verschiedene Ausländer unerwünschte Verschlechterungen und sollte daher überarbeitet werden. (wu)