WEINFELDEN: So charmant

Angela Stocker aus Buch bei Kümmertshausen ist die neue Thurgauer Apfelkönigin. Als Klosterschwester würde sie ihren Kleidern nachtrauern.

Barbara Hettich
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Selfie mit der neuen Apfelkönigin: Angela Stocker strahlt, Moderator Reto Scherrer drückt ab. (Bild: Donato Caspari)

Selfie mit der neuen Apfelkönigin: Angela Stocker strahlt, Moderator Reto Scherrer drückt ab. (Bild: Donato Caspari)

WEINFELDEN. Sie ist 23 Jahre jung, kennt als Detailhandelsfachfrau bei der Landi Weinfelden die verschiedenen Apfelsorten: Angela Stocker aus Buch bei Kümmertshausen hat es geschafft. Am Samstag wurde sie an der Wega in Weinfelden zur Thurgauer Apfelkönigin gekürt.

Angela Stocker hat sich in einer rund zweieinhalbstündigen Show gegen ihre Konkurrentinnen durchgesetzt. Die Jury hatte es nicht leicht, auf der Bühne präsentierten sich acht Finalistinnen von ihrer schlagfertigen Seite. Im Interview mit Moderator Reto Scherrer zeigten sie sich ausnahmslos authentisch und humorvoll, für beste Unterhaltung war gesorgt. Das Publikum war begeistert.

Nach einer guten Stunde stand die erste Entscheidung der Jury fest. Fünf der acht Kandidatinnen wurden von der Bühne komplimentiert. «Die letzten werden die ersten sein», versuchte Reto Scherrer zu trösten. Nebst Angela Stocker standen nun nur noch Melanie Guhl aus Weinfelden und Tamara Kreis aus Zihlschlacht in der engeren Auswahl und waren den mehr oder weniger indiskreten Fragen des Moderators ausgesetzt. «Wie trinkfest bist denn du?», wollte dieser von Melanie Guhl wissen. «Ziemlich trinkfest», erklärte diese unumwunden und verrriet Tips und Tricks, wie man nicht so schnell betrunken wird.

Die Wega ist auch eine Kontaktbörse

Apropos trinkfest: Tamara Kreis hatte zu ihrer Unterstützung den Turnverein Zihlschlacht mitgebracht. «Ich habe da schon sehr viel aktivere Turnvereine erlebt», erinnerte sich Reto Scherrer etwas wehmütig an andere Jahre. Angela Stocker verriet, dass sie auf den Tag genau vor sechs Jahren ihren Freund, einen Landwirt, ebenfalls aus dem Oberthurgau, kennengelernt hat. «Hocken denn da lauter Bauern an der Wega?», fragte Reto Scherrer schelmisch.

Eine Thurgauer Apfelkönigin sollte nicht nur schön und sympathisch sein, sie sollte auch wissen, wofür sie Werbung macht. Bei einem Wissensquiz gaben sich die drei Finalistinnen keine Blösse, beantworteten teils knifflige Fragen; oder wer weiss schon, wie lang der Apfellehrpfad in Altnau ist oder wie viele Tonnen Äpfel die Firma Möhl einlagert? «Habt ihr nicht auch noch eine Frage?», übergab Reto Scherrer an die Jury weiter. Sie hatten und bekamen ihre Antworten: Tamara Kreis beginnt jeden Tag mit einem Lächeln, denn es könnte ihr schönster werden, Melanie Guhl möchte gerne als Apfelkönigin aufs Oktoberfest nach München, und Angela Stocker würde als Klosterschwester ihren Alltagskleidern nachtrauern. Am späten Nachmittag war es so weit. Unter grossem Jubel durfte sich Angela Stocker das Krönchen von ihrer Vorgängerin Bernadette Böhni aufsetzen lassen. Sie hatte die Jury und auch die Leser der Thurgauer Zeitung mit ihrem natürlichen Charme von sich überzeugt. Zuvor hatte Bernadette Böhni ihrer Nachfolgerin als Apfelkönigin mit auf den Weg gegeben: «Mach einfach dein Ding, geniess es, denn es wird ein ganz besonderes Jahr für dich werden.»