WEINFELDEN: Der Plan für Erfolg

Auszubildende aus dem ganzen Kanton haben gestern am Thurgauer Lehrlingstag teilgenommen. Erfolgreiche Persönlichkeiten sprachen über ihre Karriere und die Frage, ob das Leben einen Plan braucht.

Larissa Flammer
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Gut 500 Jugendliche und Ausbildner nahmen am diesjährigen Thurgauer Lehrlingstag teil. (Bild: Andrea Stalder)

Gut 500 Jugendliche und Ausbildner nahmen am diesjährigen Thurgauer Lehrlingstag teil. (Bild: Andrea Stalder)

Die Frage «Braucht ein gutes Leben einen Plan» stellen sich wohl einige Jugendliche während der Lehrzeit. Fünf erfolgreiche Persönlichkeiten aus dem ganzen Land haben gestern am Thurgauer Lehrlingstag zu diesem Thema gesprochen. Gut 500 Lehrlinge und Ausbildner haben sich für die Veranstaltung im Kongresszentrum des «Thurgauerhof» in Weinfelden angemeldet. «Etwa zwei Drittel der Anwesenden sind Lehrlinge», sagte Projektmitarbeiterin Barbara Lüscher. «Wir wollen den Jugendlichen Motivation für die Lehre mitgeben.» Aus diesem Grund seien Redner eingeladen worden, die trotz Schwierigkeiten auf ihrem Weg Erfolg hatten.

Dem ersten Redner wurde bei der Begrüssung eine typische Tellerwäscherkarriere nachgesagt. Der im Kanton St. Gallen aufgewachsene Marcel Dobler ist Mitgründer von Digitec, dem grössten Schweizer Onlineshop. Nebenbei war Dobler Schweizer Meister im Zehnkampf, nahm als Bobfahrer an der Weltmeisterschaft teil und ist seit kurzem Nationalrat. «Ich wollte eine Lehre als Informatiker machen. Für die wenigen offenen Stellen damals war ich aber zu wenig gut und habe deshalb Elektroniker gelernt», erzählte Dobler den Lehrlingen. Das Informatikstudium habe er nach zweieinhalb Jahren aufgegeben und alles auf die Karte selbständiger Unternehmer gesetzt. «Wir waren mutig und haben immer wieder Dinge versucht, die zu Beginn nicht nur gut waren. Dadurch haben wir immer wieder etwas gelernt.» Den jungen Menschen will Dobler vor allem eines mitgeben: «Glaubt an euch! Findet etwas, was euch Spass macht und arbeitet hart an euren Zielen.»

Sportler und Musiker sind zwei oft genannte Träume junger Menschen. Damian Lynn und Heidi Diethelm Gerber – beide Redner gestern – haben in diesen Bereichen Erfolg. «Es braucht im Leben kurzfristige Ziele. Ein zu konkreter Plan kann hinderlich sein», sagte der Sänger. «Ein Plan ist der Weg zum Ziel. Es gibt aber immer Abstecher und Umwege», sagte die Thurgauer Sportlerin. Für Diethelm Gerber ist klar, dass Erfolg lernbar ist. «Der eingeschlagene Weg muss aber für jeden individuell stimmen.» Einen Plan B – eine Ausbildung – haben beide. Auch wenn Lynn noch der Mastertitel zum Sekundarlehrer fehlt. «Uns Schweizern liegt es im Blut, realistisch zu sein. Es ist aber wichtig zu träumen», sagt der 25-Jährige.