Weiler müssen erhalten werden

FRAUENFELD. Im Kanton Thurgau gibt es über 200 Weiler. Der Grosse Rat diskutierte am Montag, wie die typischen Kleinsiedlungen mit fünf bis zehn Häusern und einem Bauernhof vor dem Verfall bewahrt werden könnten: Sie sollen in der Bauzone bleiben, damit die Gebäude umgenutzt werden dürfen.

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Hagenwil ist einer der Weiler im Kanton Thurgau, berühmt vor allem wegen des Schlosses. (Bild: Michel Canonica)

Hagenwil ist einer der Weiler im Kanton Thurgau, berühmt vor allem wegen des Schlosses. (Bild: Michel Canonica)

Im Zusammenhang mit der Revision des Raumplanungsgesetzes RPG des Bundes gebe es in vielen Thurgauer Gemeinden Unklarheiten, zu welcher Zone die typischen Weiler in Zukunft gehören sollen. Hanspeter Gantenbein und Walter Marty verlangten deshalb in einer dringlichen Interpellation, dass sich der Thurgau beim Bund für eine klare Regelung einsetze.

Sämtliche Fraktionssprecher stiessen am Montag bei der Diskussion ins gleiche Horn. Die Weiler gehörten zur Thurgauer Kulturlandschaft und müssten vor dem Verfall geschützt werden. Würden die jetzigen Weilerzonen in die Landwirtschaftszone umgeteilt, dürften die Häuser und Scheunen nicht umgebaut und umgenutzt werden.

Kein "Ballenberg" im Thurgau
Die Thurgauer Weiler sollten nicht "à la Ballenberg" museal werden, sondern bewohnt und lebendig bleiben, sagte Marianne Guhl (SP). Die meist nicht mehr genutzten Häuser der Weiler müssten umgenutzt werden können, ohne deren Charakter zu zerstören.

Der Grosse Rat solle einen Brief ans Bundesamt für Raumentwicklung schicken und klar machen, dass die Thurgauer Weiler in der Bauzone bleiben müssten, verlangte Toni Kappeler (GP). Baudirektorin Carmen Haag (CVP) fand diese Idee gut und stellte klar, dass sich auch die Regierung dafür einsetzen werde.