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Weil es zu Hause am günstigsten ist

Der Regierungsrat hat das Geriatrie- und Demenzkonzept verabschiedet. Damit will er dem Umstand Rechnung tragen, dass es immer mehr alte Menschen gibt. Ziel des Konzepts ist es, dass diese möglichst lange im eigenen Zuhause leben können.
Michèle Vaterlaus
Die Menschen werden immer älter und viele wollen weiterhin zu Hause leben. (Bild: Urs Bucher)

Die Menschen werden immer älter und viele wollen weiterhin zu Hause leben. (Bild: Urs Bucher)

FRAUENFELD. Es gibt immer mehr alte Menschen. Bis 2030 rechnet der Kanton Thurgau mit einer Zunahme der 80-Jährigen und Älteren um über 80 Prozent, das heisst es werden dann etwa 21 500 Personen über 80 Jahre alt sein. Und damit wird auch die Zahl jener Menschen steigen, die an Demenz erkranken. Berechnungen zufolge soll diese Zahl um 66 Prozent auf etwa 6200 Personen steigen. Das Thema Alter und Demenz hat mittlerweile Dringlichkeit. Deswegen hat der Regierungsrat ein Geriatrie- und Demenzkonzept verabschiedet.

Pflegeheime sind teuer

Das Konzept umfasst 15 Seiten, auf denen 35 Massnahmen festgehalten sind, die in Angriff genommen werden. Diese 35 Massnahmen sind wiederum in fünf Handlungsfelder unterteilt. «Ein wichtiger Punkt ist die Selbständigkeit im Alter», sagt die stellvertretende Chefin des Amtes für Gesundheit, Susanna Schuppisser. Alte Menschen sollen so lange wie möglich zu Hause und selbständig leben können. Das habe eine soziale Komponente, da die Menschen so länger in ihrem gewohnten Umfeld und allenfalls bei ihrer Familie bleiben können. Zum anderen gehe es um Kosten: «Ein Pflegeheim ist einiges teurer als die Betreuung zu Hause», sagt Schuppisser.

Damit Menschen möglichst lange im eigenen Zuhause bleiben können, sollen gesundheitliche Probleme möglichst früh erkannt werden. Dafür soll ein Screening sorgen. Dabei sind vor allem die Hausärzte gefragt. «Geht ein alter Mensch zum Arzt, beispielsweise wegen Rückenbeschwerden, kann der Hausarzt gleich einen Check machen und sich ein Gesamtbild vom gesundheitlichen Zustand der Person verschaffen», sagt Schuppisser. Denn ab einem gewissen Alter sei meist nicht nur eine Krankheit ein Thema, meist seien alte Menschen von mehreren gesundheitlichen Problemen betroffen. Eine weitere Stufe sei dann das Assessment, die Triage und die ambulante Akuttherapie. «Im Kantonsspital Münsterlingen soll ein entsprechendes Zentrum aufgebaut werden, in dem die Kompetenzen der Geriatrie gebündelt werden», sagt Schuppisser. Das Zentrum soll Anlaufstelle sein für Hausärzte und interne Stellen, die weitere Abklärungen bei mehrfach erkrankten Patienten wollen. Im Konzept enthalten sind auch viele Massnahmen zu Demenz.

Der Demenz soll in der Grundversorgung eine stärkere Beachtung zukommen. Dazu gehören beispielsweise Informationen und Beratungen zum Thema sowie die Früherkennung, Akuttherapie und auch die Krisenintervention. Auch weitere Tagesstätten wie Oase oder Talbach, die es bereits für Demenzkranke gibt, sollen aufgebaut werden.

Kosten von 3,3 Millionen

Das Konzept soll etappenweise umgesetzt werden. Wann jedoch was genau umgesetzt wird, ist noch präzisiert. Definiert ist aber der Kostenrahmen. In den Jahren 2016 bis 2020 soll die Umsetzung jährlich maximal 3,3 Millionen Franken kosten. Davon sind rund 2,4 Millionen Franken wiederkehrende Kosten, die auch nach 2020 anfallen.

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