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Wehrhafter Welsch-Frauenfelder

«Ich bin Thurgauer und Freiburger», sagt Brigadier Werner Epper von sich. Der gebürtige Frauenfelder lebte lange in der Romandie. Er kommt zwar gern in die Heimat zurück, fühlt sich als Berufsmilitär aber in der ganzen Schweiz zu Hause.
Stefan Hilzinger
Volle Agenda, nicht nur wegen der Gripen-Abstimmung: Brigadier Werner Epper in seinem Büro an der Papiermühlestrasse in Bern. (Bild: Stefan Hilzinger)

Volle Agenda, nicht nur wegen der Gripen-Abstimmung: Brigadier Werner Epper in seinem Büro an der Papiermühlestrasse in Bern. (Bild: Stefan Hilzinger)

FRAUENFELD. Badi, Stählibuck und «Scharfes Eck» kommen Brigadier Werner Epper spontan in den Sinn, wenn er an Frauenfeld denkt. Und die Namen vieler seiner Schulkollegen. «Auch mit Fredi Marty bin ich zur Schule gegangen», erwähnt Epper (Jahrgang 1960) den stadtbekannten Lokalpolitiker.

Nach der Rekrutenschule als Pilotenanwärter in Payerne verschob sich Eppers Lebensmittelpunkt ab Anfang der 1980er-Jahre langsam aber sicher von der Murg an die Broye. «Es war ungewöhnlich für einen Thurgauer, wenn er es zu den Fliegertruppen schaffte.» Denn junge Ostschweizer und Thurgauer im Speziellen landeten bei der Armee traditionell bei der Infanterie oder bei der Artillerie – einst mit einer Rekrutenschule vor der Haustüre in Frauenfeld.

«Nie mehr Payerne»

Zum Militärpiloten reichte es Epper zwar nicht. Bloss ein Dutzend von 2000 Anwärtern schaffte damals den Sprung ins Cockpit. Doch bei der Fliegertruppe und in der Westschweiz ist er nach seinem Sportlehrerstudium an der ETH letztlich geblieben, obwohl er sich nach der RS gesagt hatte «Nie mehr Payerne». Er liess sich in Vallon nieder, einer kleinen Freiburger Gemeinde, gründete eine Familie – und verbesserte sein holpriges Schulfranzösisch.

«Ich fühle mich heute als Thurgauer und als Freiburger zugleich», sagt er. Sein Dialekt ist aber unverkennbar thurgauisch. «Au wenn's eim mängmol aazündt hend», ihm gefalle seine Sprache. Die drei Kinder wuchsen zweisprachig auf, sprechen Französisch und Deutsch. So verstehen sie auch die Grosseltern in Frauenfeld, die nur wenig Französisch können.

Armee-Job hält beweglich

Seit einigen Jahren wohnt er mit seiner Partnerin in Zürich, pendelt zwischen dort, Bern und Murten hin und her. Ständig in der ganzen Schweiz unterwegs zu sein, gehört zu seinem Alltag. Beweglich ist Werner Epper aber nicht nur örtlich, sondern auch von seiner Arbeit her geblieben. Sukzessive stieg er die militärische Karriereleiter hinauf. Er war im Jahr 2000 der erste Schweizer, der am renommierten Air War College in Maxwell im US-Bundesstaat Alabama studierte. Heute ist Epper als Brigadier einer der höchsten Offiziere der Luftwaffe. Seit Anfang Jahr ist er als Stabschef im Hauptquartier in Bern unter anderem verantwortlich für die Planung der Weiterentwicklung der Luftwaffe. «Rund alle drei Jahre habe ich eine neue Aufgabe erhalten. Ich schätze die Abwechslung und die ständig neuen Herausforderungen sehr.» «Die Aufgabe unserer Defensivarmee ist es, für die Sicherheit der Schweiz zu sorgen», sagt er. Um dies der Bevölkerung deutlich zu machen, ist er derzeit wieder viel unterwegs. Er erklärt in Vorträgen, warum die Schweiz den Gripen-Jet braucht.

An vielen Orten glücklich

Auch das bringt ihn in den Thurgau zurück, wie erst diese Woche nach Mannenbach an den Untersee. Nach Frauenfeld kommt er dagegen meist in ziviler Mission, etwa um seine Eltern oder die Brüder Marcel und Elmar zu besuchen. «Es gibt jährlich ein Epper-Treffen.» Dennoch ist sein Heimweh nicht allzu ausgeprägt. «Ich fühle mich an vielen Orten in der Schweiz glücklich.»

Bild: STEFAN HILZINGER

Bild: STEFAN HILZINGER

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