Wehe, wenn die Elterntaxis wenden

Schulbehörde und Gemeinde Eschlikon wollen den Abschnitt vor dem Schulhaus Blumenau mit zwei Schranken für Autos sperren, weil unbelehrbare Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Anwohner befürchten, dies mache die Situation noch gefährlicher.

Ida Sandl
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In Eschlikon soll die Blumenaustrasse im Bereich vor dem Schulhaus Blumenau gesperrt werden. (Bild: Nana do Carmo)

In Eschlikon soll die Blumenaustrasse im Bereich vor dem Schulhaus Blumenau gesperrt werden. (Bild: Nana do Carmo)

ESCHLIKON. Was ist schlimmer als Elterntaxis? Elterntaxis, die auf einer schmalen Strasse wenden. Dies befürchten die Anwohner der Blumenaustrasse in Eschlikon, wenn der Abschnitt vor dem Schulhaus Blumenau für Autos gesperrt werden soll. Zwei Schranken – eine gibt es bereits – planen Volksschulbehörde und Gemeinde. Doch gegen das Projekt sind fünf Einsprachen eingegangen. «Die Einsprecher sind Leute, die in der unmittelbaren Umgebung der Blumenaustrasse wohnen», sagt Gemeindeschreiber Marcel Aeschlimann.

Verschiedenes wurde bemängelt. Zum Teil betreffe es die Signalisation, zum Teil die Sperrung selber. Mit den beiden Schranken wäre die Blumenaustrasse auf einer Länge von etwa 50 bis 80 Metern für Autos tabu. «Die Anwohner könnten trotzdem ihre Häuser erreichen», sagt Susanna Koller Brunner, die Präsidentin der Volksschulgemeinde Eschlikon.

Unbefriedigende Situation

Die Schulbehörde hat beim Gemeinderat die zweite Schranke beantragt. Die erste ist vor einem Jahr westlich vom Schulhaus aufgestellt worden. Vorerst aber nur zu Testzwecken. Dazu war keine Bewilligung nötig. Die Sperre zielte auf die sogenannten Elterntaxis ab. Denn in Eschlikon wie anderswo im Thurgau karrt ein Teil der Eltern die Sprösslinge mit dem Auto zur Schule. «Dank der Schranke habe sich die Situation wesentlich verbessert», sagt Susanna Koller Brunner. Es sei aber noch nicht befriedigend.

Elterntaxis weichen aus

Seit die westliche Zufahrt gesperrt ist, weicht ein Teil der Taxi-Eltern vermehrt auf die Zufahrt aus Richtung Osten aus. Nach Einschätzung von Anwohnern der Blumenaustrasse habe sich die Situation sogar verschlimmert. Denn durch die Schranke sei aus der Blumenaustrasse eine Sackgasse geworden. Die Elterntaxis würden auf der schmalen Strasse wenden, was sehr schwierig sei. Manche würden sogar auf Anwohnerparkplätzen parkieren.

Es gehe bei der geplanten Sperrung nicht nur um die Elterntaxis, sagt Schulpräsidentin Susanna Koller Brunner. «Das Wichtigste ist für uns die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler.» Die Blumenaustrasse sei eine «Durchgangsstrasse in der Begegnungszone». Es gelte zwar Tempo 20, doch daran hielten sich nicht alle Autofahrer. Die Kinder, vor allem, wenn sie noch klein seien, würden jedoch im Eifer des Spiels nicht genau unterscheiden, wo der Pausenplatz aufhöre und die Strasse anfange. «Die Blumenaustrasse wird vor und nach der Schule und in der Pause rege von den Kindern genutzt», beobachtet Susanna Koller Brunner.

Gesprächsrunde im Juni

Die Gemeindebehörde will sich mit den Einsprechern an einen Tisch setzen. Noch im Juni soll es eine Gesprächsrunde geben, zu der auch die Schulbehörde eingeladen ist, sagt Gemeindeschreiber Aeschlimann. Hans Mäder, ab Juni neuer Gemeindepräsident, sei informiert. Zum Gespräch sollen nicht nur die Einsprecher, sondern auch die anderen direkt Betroffenen eingeladen werden. Aeschlimann rechnet mit etwa 20 bis 30 Leuten. «Wir wollen keine Massnahme gegen den Willen der Bürger durchdrücken», sagt er. Das Ziel sei, gemeinsam eine gute Lösung zu finden.

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