Wasserfallen rügt Lohnpolitik

Verdienen Spitzenkräfte und Verwaltungsräte der St. Galler Kantonalbank zu viel? Der Goldacher SVP-Kantonsrat Sandro Wasserfallen sieht das so und fordert Massnahmen.

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Aktuell hält der Kanton 54,8 Prozent des Aktienkapitals der St. Galler Kantonalbank (SGKB). Zudem leistet er eine Staatsgarantie, die zwar mit einer jährlichen Zahlung in die Staatskasse abgegolten wird, der Bank aber doch einen besonderen Status verleiht.

Angesichts dieser starken Stellung des Kantons, argumentiert der Goldacher SVP-Kantonsrat Sandro Wasserfallen, müsste die Regierung auch entsprechend Einfluss nehmen auf die Lohnpolitik der Bank.

Im Visier hat Wasserfallen die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat der Kantonalbank. Die fünf Mitglieder der Geschäftsleitung bezogen im vergangenen Jahr gesamthaft 3,91 Millionen Franken. 1,1 Millionen davon entfielen auf den Vorsitzenden, Roland Ledergerber. Der Verwaltungsrat unter dem Präsidium von Franz Peter Oesch zählt neun Mitglieder; sie wurden 2011 mit insgesamt 1,18 Millionen Franken entschädigt. Festgelegt werden Gehälter und Entschädigungen durch den Verwaltungsrat.

Wasserfallen stellt fest, dass sich die Gesamtbeträge in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt hätten. Als störend empfindet der SVP-Kantonsrat die Tatsache, dass das Fixsalär von CEO Roland Ledergerber um 100 000 Franken erhöht worden sei, obwohl die Bank 2011 gegenüber dem Vorjahr einen Gewinnrückgang hinnehmen musste.

Wasserfallen wird kommenden Montag dazu eine Interpellation einreichen. Unter anderem will er wissen, ob die Entschädigungen von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat durch die Regierung abgesegnet werden. Weiter verlangt Wasserfallen einen Vergleich der Bankersaläre mit anderen Spitzeneinkommen in staatlichen Einrichtungen.

Derzeit wird die Senkung des Kantonsanteils an der Bank auf 34 Prozent diskutiert. Für Wasserfallen wäre das allerdings kein Grund, auf eine Reduktion der Spitzenlöhne zu verzichten. Auch als Minderheitsaktionär, sagt er, wäre der Kanton zu erhöhter Sensibilität verpflichtet. (lü)