Was man tun können muss

«Müssen wir alles machen, was wir können?» Die Frage ging an Bischof Markus Büchel, der an der Offenen Kanti in Romanshorn als Experte für Wirtschaftsethik auftrat. Büchel konnte sie nicht eindeutig beantworten. Ist aber auch eine schwierige Frage.

David Angst
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«Müssen wir alles machen, was wir können?» Die Frage ging an Bischof Markus Büchel, der an der Offenen Kanti in Romanshorn als Experte für Wirtschaftsethik auftrat. Büchel konnte sie nicht eindeutig beantworten. Ist aber auch eine schwierige Frage.

Muss die Stadtverwaltung Arbon künftig auch noch die Speisekarte für das Panorama-Restaurant Seepark schreiben? Kann sie das überhaupt? Stadtpräsident Andreas Balg sagt dazu: «Es ist die Quadratur des Kreises.»

Muss die Firma HRS den Spitalneubau um fast ein Jahr verzögern? Dass sie das kann, hat sie bewiesen. Die Spital Thurgau AG hingegen ist hilflos. Selber bauen kann sie das Spital ja nicht, denn sie hat Ärzte und Krankenschwestern angestellt, aber keine Baggerführer.

Die Kantonspolizei hat es da einfacher. Sie hat dem TCS untersagt, am Tag des Lichts Autolichter zu kontrollieren. Dies «im Sinne der Gleichberechtigung», weil der ACS auch nicht darf. Die Polizei führt die Lichterkontrolle jetzt selber durch. Sie kann das.

Muss alt Regierungsrat Koch jetzt kochen? Ja, denn er kann es. Muss er auch waschen? Nein, denn das kann er noch nicht. Er heisst ja auch nicht (Achtung, Kalauer) Wäscher. Und schmutzige Wäsche war noch nie sein Ding. Korruption übrigens auch nicht. Seit er nicht mehr in der Regierung sitzt, ist Frauenfeld zum Sündenpfuhl geworden: Mafia, Exhibitionismus und bewaffnete Raubüberfälle.

Der Gemeinderat von Manteca, Kalifornien, überlegt sich jetzt, die Frauenfeld Street in Palermo Street umzutaufen, das töne weniger kriminell. An der Frauenfelder Strasse in Weinfelden sammelt man indessen alte Postkarten.

Muss die SVP Thurgau sich darüber freuen, dass Eveline Widmer-Schlumpf just an dem Tag zurücktritt, an dem ihre Energiestrategie in der Zeitung steht? Die SVP verlangt Subventionsgelder für Holzvergaser-Turbinen-Kraftwerke. Von Hexenverbrennung war dabei nicht die Rede. Nun ja, wenigstens haben sie noch keinen Bundesratskandidaten verheizt.

Da bleibt nur noch eins: Zur Therapie in die Brauerei Weinfelden. Wobei sich die Frage stellt, ob eine stillgelegte Brauerei zur Bekämpfung einer Depression wirklich der richtige Ort ist.

david.angst@thurgauerzeitung.ch