Was Hans-Jörg Peter schätzte

Vor wenigen Tagen nahm eine grosse Trauergemeinde in Basadingen Abschied von Hans-Jörg Peter aus Schlattingen. Er starb kürzlich an der grausamen Krankheit ALS. Seelsorgerin Melanie Berten und der frühere Pfarrer Franz Beerli gestalteten die Trauerfeier ergreifend.

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Vor wenigen Tagen nahm eine grosse Trauergemeinde in Basadingen Abschied von Hans-Jörg Peter aus Schlattingen. Er starb kürzlich an der grausamen Krankheit ALS. Seelsorgerin Melanie Berten und der frühere Pfarrer Franz Beerli gestalteten die Trauerfeier ergreifend. Hans-Jörg Peter hatte einen kurzen Lebenslauf ohne Auflistung von Daten und Taten gewünscht. Diesem Wunsch entsprach sein Sohn Daniel Peter. Er sprach über die Dinge, die dem Verstorbenen im Leben wichtig waren.

Auf dem richtigen Gleis

Hans-Jörg Peter liebte die Eisenbahn. Er war in Kilwangen nahe am Bahngeleise aufgewachsen. Wenn der Bub nachts im Bett lag und sich allein fühlte, wartete er auf ein vertrautes Geräusch: Das Pfeifsignal der Lokomotive vor der Abfahrt war für ihn ein Zeichen, dass sich die Welt im Lot befand. Die Eisenbahn hat Hans-Jörg Peter ein Leben lang begeistert. Besonders faszinierte ihn die Berninastrecke, welche in den Ferien ein bisschen «dolce vita» in sein Leben brachte.

Dann hatte es ihm auch das Wasser angetan. Da war im Nachruf die Rede vom Bub im Ruderböötli auf dem Zürichsee und vom reifen Senior mit Bootsprüfung auf dem Rhein. Noch vergangenen Herbst – er war bereits von der schweren Krankheit gezeichnet – hat er die sonnigen Herbsttage in Venedig genossen. Dabei verbrachte er fast die ganze Zeit in Fähren, Booten und Gondeln und war überwältigt vom chaotischen und doch funktionierenden Kanal- und Lagunenbetrieb.

Tief im Glauben verwurzelt

Einen ganz hohen Stellenwert hatte der Glaube im Leben von Hans-Jörg Peter. Den vertiefte er mit Kursen in Theologie und Philosophie. Leidenschaftlich gern hat er über den Sinn des Lebens, über Gott und die Welt nachgedacht und diskutiert. Auch die Musik prägte sein Leben. Vielleicht von der musikalischen Mutter inspiriert, spielte er als junger Mann Querflöte. In späteren Jahren hat er die Musik wieder entdeckt.

Seelsorgerin Berten überreichte den beiden Söhnen je eine brennende Familien-Osterkerze, bevor die Urne mit der Asche des Vaters auf dem Friedhof im Grab seiner 2006 verstorbenen Ehefrau Trudi beigesetzt wurde. (ge)