Was die Natur zeigt und was sie nicht zeigt

FRAUENFELD. Der Künstler Mark J. Huber spielt in seiner Malerei seit Jahren mit dem Licht: Wie es ist und wie wir es sehen. Und er untersucht unsere Sicht auf die Natur. In einer Atelierausstellung zeigt er Arbeiten, die wieder Spiegelungen und Oberflächen thematisieren – neu ist eine quasi unsichtbare Ebene.

Dieter Langhart
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Licht spiegelt sich im Bild und im Atelier: Mark J. Huber zwischen Werken aus der Serie «Invisible Nature». Heute ist Vernissage. (Bild: Dieter Langhart)

Licht spiegelt sich im Bild und im Atelier: Mark J. Huber zwischen Werken aus der Serie «Invisible Nature». Heute ist Vernissage. (Bild: Dieter Langhart)

«Invisible Nature» nennt Mark J. Huber eine Reihe mit gut zwei Dutzend neuen Arbeiten, die er ab heute in seinem Atelier zeigt. Zum Titel inspiriert hat ihn das gleichnamige Album des Saxophonisten John Surman und des Schlagzeugers Jack DeJohnette. Huber selber ist beides, Perkussionist und Maler.

Das Licht – wie es ist und wie wir es sehen – beschäftigt den Maler seit Jahren. Er zeigt es bevorzugt in der Natur und wie es sich spiegelt auf Oberflächen: in Fensterscheiben oder auf Gläsern, auf Kühlerhauben oder im Wasser.

Buchstaben über dem Wasser

In manchen Bildern setzt Huber Themen aus früheren Werken fort, führt konsequent weiter, was ihn beschäftigt. Dazu gehört auch eine «Stör-Ebene». Was auf den ersten Blick wie klassische Landschaftsmalerei aussieht, enthält Elemente, die nicht ins Bild gehören: Das Wort «Wasser» etwa, dessen Lettern erst sichtbar werden in jenem Doppelbild, das sich in einem Weiher spiegelnde Bäume zeigt – wie bei einem Monet.

Meist spart Huber Stellen auf der Leinwand aus, die er später so übermalt, dass zwei Ebenen sich überlagern, die offensichtliche und die fremde. Er fragt sich: «Wann kippt ein Idyll?» Und versucht, die Irritation möglichst unauffällig zu halten.

Idyllisch und subversiv

Mark J. Huber untersucht in seinen Bild-Ebenen, wie sich Natur und Technik überlagern, das Idyll und das Subversive. Er wertet nicht, er fragt uns lediglich: Was glaubst du zu sehen? In seinen Bildern löst er die Realität auf, zwingt uns zu einem neuen, nicht begrifflichen Sehen. «Ästhetik ist keineswegs negativ», sagt Huber, «meine Störungen steigern das Schöne.»

Vernissage: Fr, 18.8., 18–21 Uhr, Balierestrasse 27; 29./30.8., 5./6.9., Sa 16–19, So 11–16 Uhr; Fr, 4.9., 17–22 Uhr (Balierefest) www.markhuber.ch