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WARTH-WEININGEN: Spielexperte und Chefredaktor

Im Dorf half Janik Glatz als Siebenjähriger im Volg, jetzt arbeitet der Sechstklässer im Team der Frauenfelder Ludothek mit. Zudem betreut er an seiner Primarschule eine Schülerzeitung.
Evi Biedermann
Hinter der Ausleihtheke der Ludothek: Edith Engeli und ihr junger Helfer Janik Glatz. (Bild: Evi Biedermann)

Hinter der Ausleihtheke der Ludothek: Edith Engeli und ihr junger Helfer Janik Glatz. (Bild: Evi Biedermann)

Evi Biedermann

frauenfeld

@thurgauerzeitung.ch

Früh übt sich: Janik Glatz war erst sieben Jahre alt, als er seinen ersten Job einfädelte. Drei Jahre später ist ihm das erneut gelungen: Der heute zwölfjährige Primarschüler aus Warth arbeitet seit zwei Jahren in der Ludothek in Frauenfeld mit. Würde er nicht ein Namensschildchen tragen, käme niemand auf die Idee, dass der Bub zum Ludo-Team gehört. Es sei denn, er ist gerade am PC beschäftigt, wo alle Ausleihen und Retouren registriert werden müssen. Das geht bei Janik ruckzuck, dann ein freundliches Lächeln und «danke, isch guet».

Am diesem PC und ebenso zackig bahnte sich vor zwei Jahren Janiks Bewerbung an. Während eines Ludothek-Besuchs beobachtete er eine Mitarbeiterin, wie sie einen Strichcode einscannte und fragte spontan, ob er das auch mal machen dürfe. Sie liess ihn gewähren und meinte nichts ahnend: «Wann fängst du bei uns an?» Der Bub war um eine Antwort nicht verlegen. «Jederzeit», meinte er keck. Es habe dann schon noch ein paar Rücksprachen mit dem Vorstand gebraucht, erinnert sich Bettina Baltensperger. «Letztlich waren wir aber überzeugt: Ein Versuch lohnt sich.»

Bei elektronischen Medien den Erwachsenen überlegen

Am besten gefällt Janik, wenn er mit Kunden in Kontakt kommt. Das war schon bei seinem ersten Job im Volg seiner Wohngemeinde so, wo viele ihn kannten. In der Ludothek ist das anders. Will jemand eine Auskunft, fragt er eher einen Erwachsenen statt ein Kind, ist Janiks Erfahrung. Dabei wüsste der aufgeweckte Bub doch so einiges über Spiele. Viele hat er selber schon getestet. Sein Lohn besteht nämlich darin, dass er kei ne Ausleihgebür bezahlen muss. Vor allem bei den elektronischen Spielen sei Janik dem Team überlegen, sagt Bettina Baltensperger. Geschätzt werde sein Einsatz auch an Anlässen wie dem Kinderfest. «Mit ihm haben wir einen Vertreter seiner Generation.» Getreu dem Gedanken: Die Ludothek ist für alle. Alle für alles heisst es auch im Team. So komme es halt vor, dass er auch weniger geliebte Arbeiten wie das mühsame Rückzählen von Playmobil-Teilen erledigen müsse, sagt Janik. «Das nehme ich gern in Kauf», meint er lachend, «mir gefällt es einfach hier». Seine Einsätze sind meistens am Samstagmorgen, denn da sind ja noch die Schule und die Schülerzeitung. Das muss alles irgendwie aufgehen.

Mit zwölf Jahren schon Chef

Die Schülerzeitung seiner Primarschule ist Janiks dritter Job. Diesen nimmt er sehr ernst. Nicht nur, weil er der Chefredaktor ist und somit die grösste Verantwortung trägt, sondern weil er damit bereits in Richtung Berufswunsch unterwegs ist. Janik möchte Journalist werden. «Am liebsten beim Schweizer Radio», präzisiert er. Die Zeitung gibt es seit einem Jahr, die Idee dazu fand Janik im Geolino-Heft. In einem Comic musste die Redaktion einer Schülerzeitung verschiedene Fälle lösen. «Das gefiel mir», erinnert sich Janik.

So gründeten sie zu zweit die eigene Zeitung, heute besteht die Redaktion aus drei Mädchen und zwei Buben. Die Schule stellt Papier, einen Mac und den Drucker zur Verfügung, die Eltern einer Redaktorin das Sitzungszimmer. Dort werden Ideen besprochen für die Zeitung des nächsten Quartals. «Fälle» werden keine gelöst im Heft, aber die Schülerzeitung von Warth-Weiningen ist mit ihren Berichten über Tiere, mit Rezepten, Umfragen und Interviews, Bastelideen, schulischen Rück- und Ausblicken ebenso spannend. Und manchmal auch knifflig und lustig, denn in jedem Heft gibt es ein Kreuzworträtsel und Witze.

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