WARTH-WEININGEN: Mit Geschick und Glück

Knapp 50 Jasser aller Altersstufen haben am Samstag am Jassturnier um Punkte gekämpft. Als Sieger bewies der 22-jährige Sandro Brovelli das richtige Händchen.

Hugo Berger
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Konzentriert analysieren die Jasser die ausgeteilten Karten. (Bild: Hugo Berger)

Konzentriert analysieren die Jasser die ausgeteilten Karten. (Bild: Hugo Berger)

Hugo Berger

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Um halb zwei treffen die ersten Turnierteilnehmer in der Mehrzweckhalle ein. Die meisten kennen sich. Man begrüsst sich, macht Witze, plaudert ein bisschen. «Ich bin furchtbar nervös», gesteht eine Frau. «Ich überhaupt nicht, für mich ist es ein Plausch, es geht ja nicht um die Wurst heute», meint ihr Gesprächspartner.

Robert Mathys begrüsst die Jasser und teilt die Stammblätter aus. Den Spielern steht ein Nachmittag bevor, der von ihnen viel Konzentration fordert. An zwölf Tischen werden je zwölf Runden mit zugelostem Partner gespielt. Dann wird gewechselt. Viermal.

Pokerfaces und auch ein bisschen Angst

Manch weniger geübter Jasser hat Angst, vom Jasspartner einen Anschiss zu bekommen, wenn er die falsche Karte spielt. Das war am Samstag in Warth-Weiningen nicht so. Nun ja, ein Stirnrunzeln oder auch die Frage: «Warum hast du nicht mit dem Eichel Zehner geschmiert?» gab es da und dort schon. Viel geredet wird beim Jassen aber nicht. Beim Aufnehmen der Karte wird keine Mine verzogen, der Blick ist aufs Blatt gerichtet. Schliesslich will man dem Gegner nicht verraten, ob man gute oder schlechte Karten hat. Und Zeichen geben oder mit dem Fuss unter dem Tisch schupsen geht schon gar nicht. Wer ansagt, was Trumpf ist, darf die Karten erst aufnehmen, wenn der Spielpartner sein Blatt bereits in der Hand zwischen Daumen und Zeigefinger aufgereiht hat. Doch es gibt dennoch Verhaltensweisen, die ein geübter Jasser zu deuten weiss. «Wenn einer nicht lange zögert bei der Ansage, kann man davon ausgehen, dass er ein gutes Blatt in der Hand hat», verrät Ruth Boltshauser. Sie muss es wissen, hat sie doch beim ersten Jassturnier vor zwei Jahren gewonnen. «Ich war selbst überrascht. Ich jasse vor allem aus Plausch.» Taktik allein genüge nicht, zum Sieg gehöre auch eine gute Portion Glück, räumt Ruth Boltshauser ein. «Der Jasser kann mit geschicktem Spielen etwa die Hälfte zum Sieg beitragen.»

Zukunft von Turnier noch ungewiss

Dass Jassen ein Volkssport ist, wurde am Samstag einmal mehr deutlich. Die älteren Jasser sind weit im Rentenalter, während die jüngsten um die 20 Jahre jung sind. Die beiden 22-jährigen Roman Frei und Sandro Brovelli sind begeisterte Jasser. «Wir haben schon mit unserem Lehrer in der Schule gespielt», sagt Brovelli. Dass er ein guter Jasser ist, zeigte sich später bei der Rangverkündigung: Er gewann das Turnier mit 1087 Punkten.

Organisiert wurde der Anlass heuer zum zweiten Mal von der Gruppe Aktives Gemeindeleben. Anstoss zum Jassturnier sei vor zwei Jahren das 20-Jahr-Jubiläum der Einheitsgemeinde gewesen, weiss Gemeinderätin Heidi Sauder: «Ob das Turnier in zwei Jahren wieder stattfindet, wissen wir noch nicht.»