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WARTH-WEININGEN: Gemeinsam für Kobanê

Eine kurdische Asylbewerberfamilie und zwei junge Frauen setzen sich für den Wiederaufbau einer Schule in der vom IS zerstörten nordsyrischen Stadt ein. An einem Gartenfest sammelten sie erste Spenden.
Christine Luley
Sema Gürbüz Acar, Eliane Stucki, Fabienne Salathé, Bauingenieur Ramazan Aram und Mehmet Salih Acar mit Sohn Ardat setzen sich gemeinsam für den Bau einer Schule in Kobanê ein. (Bild: Christine Luley)

Sema Gürbüz Acar, Eliane Stucki, Fabienne Salathé, Bauingenieur Ramazan Aram und Mehmet Salih Acar mit Sohn Ardat setzen sich gemeinsam für den Bau einer Schule in Kobanê ein. (Bild: Christine Luley)

Christine Luley

frauenfeld

@thurgauerzeitung.ch

Wie viele der Anwesenden haben auch Mustafa Msullam und seine Frau Shahinaz Bilal zum reichhaltigen Buffet beigetragen und eine kalte Joghurt-Suppe mit Weizen in den Garten nach Warth mitgebracht. «Probieren Sie», fordern sie eine Besucherin auf und erzählen, wie sie als Kurden aus Kobanê in Syrien über Umwege vor zwei Jahren in die Schweiz gelangt sind. Sie erzählen auch von Verwandten, die in der Heimatstadt den Tod durch den IS gefunden haben. Zwar freut sich das kurdische Ehepaar über das vorgestellte Wiederaufbauprojekt einer Schule, «aber es ist nicht genug», sagt der Mann.

Gastfreundschaft und Spendentopf

Die Tische sind reich beladen mit kurdischen Spezialitäten: «Tirsik», einen Gemüseeintopf, «Babaganus», ein Püree aus Auberginen und Sesampaste, und «Kubba», frittierte in Teig eingewickelte kleine Fleischbällchen. Die Gäste geniessen die Gastfreundschaft und geben als Entgelt eine Spende für den Wiederaufbau einer Schule in Kobanê.

Mehmet Salih Acar war Primarlehrer in Batman, einer Stadt im Osten der Türkei. Wegen des Kurdenkonflikts lebt er mit seiner Frau Sema Gürbüz Acar und den Kindern Arda und Jinda als Asylbewerber in Warth. «Wir wohnen hier in einem sicheren stabilen Umfeld und wollen Menschen, denen es weniger gut geht, etwas zurückgeben.» Die Familie Acar wandte sich an Fabienne Salathé, die sie bereits aus Weiningen kannte. Die Familie fragte, ob man gemeinsam etwas unternehmen könne. Sie stiessen bei der Kitaleiterin auf offene Ohren und die holte ihre Freundin Eliane Stucki ins Boot. «Man muss einen Beitrag leisten und für die Menschen eine Lösung vor Ort finden», waren sich beide einig. Das Gartenfest in Warth ist ein erster Schritt, weitere Veranstaltungen folgen. Die Projektgruppe ist dem Verein zum Aufbau von Kobanê sowie der Schweizerisch Kurdischen Gemeinschaft Basel angeschlossen. «Kinder symbolisieren die nächste Generation, sind Hoffnungsträger und stehen im Fokus unseres Hilfsprojektes», erklärt Eliane Stucki. Das Haus, eine Schule, vermittle Wissen und Bildung, die Basis für eine bessere, friedliche Zukunft.

Das Fundament ist bereits betoniert

«Das zweigeschossige Schulhaus wird 200 Kindern eine Bildungsmöglichkeit bieten, wobei diese Zahl mittels Zweischichtbetrieb verdoppelt werden kann», steht in der Broschüre, und dass die Planung durch Schweizer Architekten und Ingenieure in enger Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium von Kobanê erfolgte.

Ramazan Aram ist auch unter den Gästen. Der Bauingenieur aus Bern reist demnächst wieder nach in die mehrheitlich von Kurden bewohnte Stadt in Nordsyrien. Er berichtet über die Schwierigkeiten beim Bau und dass das Fundament des Schulhauses bereits betoniert ist. Die Besucher erfahren, wie es beim Kampf um Kobanê gelang, den IS zu besiegen und dass ein Grossteil der Bevölkerung in die zu rund 80 Prozent zerstörte Stadt zurückgekehrt ist.

«Rojbas» heisst Grüezi und «Sipas» Danke, erklären Nurjin und Ceren Taskiran bereitwillig. Die beiden Schwestern leben mit ihren Eltern in Frauenfeld. Die Jugendlichen sind überzeugt, dass es ein gelungenes Treffen war: «Super, dass die Schule aufgebaut wird, denn Kinder haben Bildung verdient.»

Nächster Anlass ist am 2. September mit einem Konzert kurdischer Musik in der Rüeger­holzhalle Frauenfeld. Weitere Infos: www.schoolforkobane.ch

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