WARTH-WEININGEN: Es raucht wieder im Wald

Zum 14. Mal lässt die Kartause Ittingen das alte Köhlerhandwerk wieder aufleben. Interessierte können sich in den nächsten Tagen vor Ort einen Einblick verschaffen.

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Künstler Beat Ermatinger deckt den Kohlenmeiler ab, um ihn zu entzünden. (Bild: Christine Luley)

Künstler Beat Ermatinger deckt den Kohlenmeiler ab, um ihn zu entzünden. (Bild: Christine Luley)

Am Montagnachmittag enthüllt Beat Ermatinger auf dem Köhlerplatz seine Installation. Der Künstler löst die Schnüre. Die weisse Bauplane, die das Werk nach dem Aufbau vor Regen geschützt hat, rutscht von der glatten Oberfläche. Zehn Tage lang hat er mit Hilfe von Mitarbeitern der Werkbetriebe der Kartause 35 Ster Holz rund um das Fülli­huus eng aneinandergeschichtet. Die Spalten sind mit einer Schicht Reisig abgedeckt und mit einer luftdichten Deckschicht aus Löschi ummantelt, einem Gemisch aus Erde, Wasser und Holzkohlen­abfall. Ermatinger tauscht sein Atelier in Wagenhausen zum fünften Mal mit der temporären Freiluftbühne im Ittingerwald.

Am Abend wird nach althergebrachter Sitte das Anfahren des Meilers mit den weidmännischen Klängen der Jagdhornbläser­gruppe und währschafter Verpflegung gefeiert. Robert Führer, Vize­präsident der Stiftung Kartause, steigt auf den Meiler und schüttet einen Eimer glühender Kohlen in den Füllischacht. Würziger Duft nach Tannennadeln steigt hoch, denn der Köhler hat den Schacht mit Reisig ausgekleidet. Gemeinsam mit der bekannten Stör-­Köhlerin Doris Wicki überwacht Ermatinger während der nächsten zehn Tage den Verkohlungsprozess rund um die Uhr. (clu)