WARTH-WEININGEN: Die Räuber respektieren die Krippe

Was passiert, wenn Weihnachten gestohlen wird? Dieser Frage sind die Kinder der Primarschule nachgegangen. Auch Liedermacher Andrew Bond war beim Singspiel mit dabei.

Christine Luley
Drucken
Teilen
Alle sind beim Krippenspiel mit Herzblut dabei. (Bild: Christine Luley)

Alle sind beim Krippenspiel mit Herzblut dabei. (Bild: Christine Luley)

Unter der Leitung von Tamara Schwarzer und Susanne Zünd führten die Zweit-, Dritt- und Fünfklässler an der Weihnachtsfeier am Dienstagabend für die Älteren das Singspiel «D’ Wiehnachtsräuber» vor.

Die Mehrzweckhalle ist festlich herausgeputzt. Am Christbaum brennen rote Kerzen. Eine grosse Engelschar aus Holzscheiten und Gipsflügeln bildet den Bühnenabschluss. Auf dem Boden liegen Instrumente. Ein Kind nach dem andern holt Krippenfiguren aus den Kisten, und die Musikgruppe stellt sie in Liedern vor: römische Soldaten, den König Herodes, Hirten, Maria und Josef mit dem Jesuskind, den Stall mit den Tieren, Engel und die drei Könige. Da mischen sich zwei Räuber unter die Schar, mit dunklen Absichten: «Was könnten wir da stehlen, was ist wohl das Wertvollste?» Die Diebe beschliessen, die Marienfigur mit dem Kind mitzunehmen, im Wald zu vergraben und später als Antiquität zu verkaufen. Die Krippenfiguren werden lebendig. Alle bieten sich an, anstelle des Kindes mitgenommen werden. Das macht die Räuber konfus, sie ziehen ab und wollen lieber in den Häusern wertvolle Geschenke mitlaufen lassen.

Weihnachten neu entdecken

Das Spiel endet mit dem Lied unter der Leitung von Kinderliedermacher Andrew Bond: «S’ schönschti Gschänk vo de Wiehnacht liit nid under äm Chrischtbaum do, äs isch nid ipackt i Papier. S’ schönschti Gschänk hät Gott us broocht, a dä erschte Wiehnacht, dä Jesus hät er zu üs broocht, da mir chönd Freud und Friede haa.» Die Vertreter der beiden Kirchen, Diakon Alex Hutter und Pfarrer Philipp Hendriksen, doppeln nach, das Krippenspiel zeige, dass man das Grösste an Weihnachten nicht vergessen sollte. Sie laden ein, Weihnachten wieder neu zu entdecken. Denn es gehe nicht um Schein und Glanz, sondern um etwas Einfaches und etwas wahrhaft Echtes.

Strümpfe statt elektronische Geräte

Lägen heute Handys, Drohnen und andere Elektronikgeräte unter dem Christbaum, seien es früher schlichte und praktische Geschenke gewesen, wie selbstgestrickte Strümpfe. «Ja genau, und gekratzt haben sie», flüstert lächelnd eine Besucherin in der Mehrzweckhalle.

«Schö händ’s gschpielt», war der einhellige Kommentar der Gäste, die sich vom besinnlichen und fröhlichen Stück auf die kommenden Weihnachtstage einstimmen liessen.

Christine Luley

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch